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Waffenruhe im Gazastreifen: Friedensverhandlungen in Kairo

Waffenruhe im Gazastreifen: Friedensverhandlungen in Kairo

Wird es eine dauerhafte Waffenruhe geben?

Eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und militanten Palästinensern ist bis jetzt eingehalten worden. Ägypten habe vorgeschlagen, angesichts der Fortschritte bei den Verhandlungen in Kairo die dreitägige Feuerpause um zwei Tage zu verlängern, berichtete das israelische Onlineportal 'Ynet'. Nach vier Wochen Gaza-Krieg hatte am Dienstagmorgen die Waffenruhe begonnen.

Zerstörte Häuser im Gazastreifen.
Die Straßen in der Stadt Beit Lahiya im Norden des Gazastreifens sind völlig zerstört.
REUTERS, SUHAIB SALEM

Mitglieder der israelischen Delegation sind bereits am Dienstagabend in Kairo eingetroffen und haben von ägyptischen Offiziellen ein Papier mit Forderungen der palästinensischen Seite erhalten. Die israelische Seite habe ein für die noch in Ägypten weilenden palästinensischen Unterhändler bestimmtes Positionspapier an die Ägypter weitergegeben. Die israelischen und palästinensischen Delegationen sollen nun Zeit erhalten, die gegenseitigen Forderungen auszuloten. Ziel ist es, einen Rahmen für eine dauerhafte Waffenruhe auszuhandeln.

Die USA werden nach Angaben der Regierung in Washington vermutlich an den Gesprächen über eine dauerhafte Nahost-Waffenruhe teilnehmen, erklärte Außenamtssprecherin Jen Psaki in Washington. Man müsse aber noch entscheiden, "auf welcher Ebene, in welcher Funktion und wann" eine US-Delegation dabei sein werde. Man sei mit Israel und Ägypten darüber im Gespräch. US-Außenminister John Kerry sagte dem britischen Fernsehsender BBC, die Gespräche in Kairo müssten Wegbereiter für breiter angelegte Verhandlungen in Richtung auf eine Zwei-Staaten-Lösung sein, um einen dauerhaften Frieden in der Region zu sichern.

"Ich hoffe, dass es gelingt, die Feuerpause zu verlängern und verstetigen, damit das unendliche Leid der Zivilbevölkerung endlich ein Ende hat", erklärte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) . "Die Bilder der vielen getöteten und verletzten Kinder sollten ein Weckruf für alle sein." Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte die Vereinbarung der Feuerpause. Die einen Monat dauernde Offensive Israels hat im Gazastreifen schwere Zerstörungen hinterlassen. 65.000 Menschen haben nach UN-Angaben keine Bleibe mehr.

Palästina möchte Israel wegen Kriegsverbrechen vor Gericht bringen

Während der Waffenruhe begannen Rettungskräfte mit den Aufräumarbeiten im Gazastreifen. Seit Beginn der Offensive wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums 1.875 Menschen getötet und 9.567 weitere verletzt. Unter den Toten seien 430 Kinder, 243 Frauen und 79 ältere Menschen, teilte Sprecher Aschraf al-Kidra mit.

Der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz hält sich im Gazastreifen auf, um sich ein Bild von den Zerstörungen und der Lage der Verletzten zu machen. "Ich habe noch nie so massive Zerstörungen gesehen", teilte Peter Maurer nach einem Besuch des Viertels Sadschaija per Twitter mit. "Ich habe ein tiefes Gefühl des Schocks darüber, was ich gesehen habe, und der Wut, dass wir nicht verhindern konnten, was passiert ist."

Der palästinensische Außenminister Riad Malki traf sich mit Fatou Bensouda, Chefanklägerin beim internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, um Möglichkeiten einer Anklage Israels wegen Kriegsverbrechen im Gaza-Krieg zu erörtern. Er kündigte an, dass Palästina noch in diesem Jahr die Mitgliedschaft beim Internationalen Strafgerichtshof beantragen werde.