Deutsche Rüstungspolitik

Waffenexporte: Türkei erhält mehr als ein Drittel ihrer Kriegswaffen aus Deutschland

© dpa, Christian Charisius

23. Juni 2020 - 15:00 Uhr

Türkei ist Nummer eins der Empfänger deutscher Kriegswaffen

Für fast 350 Millionen Euro hat die Türkei im vergangenen Jahr Kriegswaffen aus Deutschland erhalten – das sind mehr als ein Drittel der Waffenexporte. Das geht aus einem vom Wirtschaftsministerium als Verschlusssache eingestuften Dokument hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Schon zum zweiten Mal in Folge ist die Türkei die Nummer eins unter den Empfängerländern deutscher Kriegswaffen.

Einnahmen durch Waffenexport in Deutschland gestiegen

Insgesamt hat Deutschland im vergangenen Jahr Waffen im Wert von 823,6 Millionen Euro exportiert. 2018 waren es noch etwa 770 Millionen Euro – auch da machte die Türkei fast ein Drittel aus.

Im Vergleich zu 2018 hat die Türkei im vergangenen Jahr mehr als 100 Millionen Euro  zusätzlich ausgegeben. Und das, obwohl die Bundesregierung einen teilweisen Rüstungsexportstopp gegen die Türkei verhängt hatte. Diese Beschränkung gilt aber nur für Waffen, die im Syrien-Krieg eingesetzt werden können. Bei den 2019 gelieferten Waffen handelte es sich dem Dokument zufolge ausschließlich um Ware aus dem "maritimen Bereich".