Waffeneinsatz an der Grenze - Polizei entsetzt über Forderung der AfD

Unterstützt die umstrittenen Forderungen seines Parteikollegen Marcus Pretzell: AfD-Vize Alexander Gauland
Unterstützt die umstrittenen Forderungen seines Parteikollegen Marcus Pretzell: AfD-Vize Alexander Gauland
© imago/Markus Heine, imago stock&people

03. November 2015 - 13:25 Uhr

Polizei: "Wer AfD-Wähler oder Sympathisant ist, macht sich zum Steigbügelhalter der Nazis"

Der stellvertretende Partei-Vorsitzende der Alternative für Deutschland, Alexander Gauland, hat die Forderung des nordrhein-westfälischen AfD-Landeschefs Marcus Pretzell unterstützt, dass die deutsche Grenze notfalls mit Waffengewalt geschützt werden müsse. "Ich sehe das ganz genauso. Unsere Grenzen müssen effizient gesichert werden", sagte Gauland der 'Rheinischen Post'. "Alles andere macht keinen Sinn."

Diese Forderungen entsetzen nun die Polizeigewerkschaften, die sich mit deutlichen Worten gegen diese Aussagen wehren. "Dieses rechtspopulistische Menschenbild der AfD lässt einen erschaudern und sollte jedem klardenkenden Menschen eine Warnung sein: Wer AfD-Wähler oder Sympathisant ist, macht sich zum Steigbügelhalter der Nazis", sagt der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, André Schulz, dem 'Handelsblatt'. Auch Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, distanzierte sich deutlich von den Aussagen Pretzells: "Diese Gewaltfantasien gehören in die extremistische Mottenkiste und da sollten sie auch bleiben."

Pretzell hatte gesagt: "Die Verteidigung der deutschen Grenze mit Waffengewalt als Ultima Ratio ist eine Selbstverständlichkeit." Er glaube aber nicht, dass der Waffeneinsatz notwendig wäre, da es eine "ganze Reihe von anderen Möglichkeiten" gäbe wie Polizeipräsenz, Wasserwerfer oder Tränengas.