Brieftasche geklaut, Konto geplündert

Feuerwehrmann ausgeraubt - während er in Kalifornien Waldbrand bekämpfte

Vor der Küste von Santa Cruz Island in Kalifornien ist dieses Boot in Brand geraten. Es werden viele Opfer befürchtet.
Während ein Feuerwehrmann im kalifornischen Santa Cruz sein Leben aufs Spiel setzte, wurde er hinterrücks beklaut.
Ventura County Fire Department

Böse Überraschung für Feuerwehrmann nach Einsatz in den USA

Während ein Feuerwehrmann im kalifornischen Santa Cruz sein Leben aufs Spiel setzte, um den verheerenden Waldbrand an der Westküste der USA unter Kontrolle zu bringen, wurde er hinterrücks beklaut. Jemand brach in den Feuerwehrwagen ein, stahl die Brieftasche des Brandbekämpfers und plünderte sein Konto, wie „CNN“ berichtet.

Feuerwehr-Chef: Es ist ein "widerwärtiges Verhalten"

19.08.2020, USA, Carmel Valley: Ein Feuerwehrmann beobachtet einen Brand. Mehr als zwei Dutzend Waldbrände lodern im US-Bundesstaat Kalifornien. Waldbrände in Kalifornien haben Tausende Menschen aus ihren Häusern getrieben. Foto: Nic Coury/AP/dpa +++
Bei den jüngsten Waldbränden in Kalifornien wurden bislang 5.300 Quadratkilometer Land verwüstet.
NC pat, dpa, Nic Coury

„Es ist einfach nur ein widerwärtiges Verhalten“, sagte der Chef des Bestohlenen, Chris Clark, dem Sender. „Ich kann nicht fassen, dass jemand den Nerv hat, einen Feuerwehrmann auszurauben, während wir hier alles geben, um die Gemeinde zu schützen.“ Dies sei ein weiterer Grund, warum man sich nicht in der Evakuierungszone aufhalten sollte. „Nicht nur, um Verletzungen zu vermeiden, sondern auch um solche Plünderer nicht reinzulassen“, so Clark.

Der Waldbrand hätte mehrere Plünderer auf den Plan gerufen, berichtet Clark. Dem Feuerwehrmann sei daraufhin das Portemonnaie gestohlen und das Konto geplündert worden. Die Polizei habe die Ermittlungen aufgenommen. Inzwischen seien fünf Personen festgenommen worden, berichtet „CNN“. Sie hätten unter anderem in Santa Cruz gezielt Häuser ausgeraubt, die zuvor evakuiert worden sind.

Fünf Menschen bei Bränden in Kalifornien ums Leben gekommen

23.08.2020, USA, Boulder Creek: Ein verkohltes Fahrzeug steht nach den verheerenden Waldbränden in Kalifornien neben einem völlig zerstörtem Haus. Nach heftigen Unwettern mit mehr als 12 000 Blitzeinschlägen haben Brände im US-Bundesstaat Kalifornien
Am Samstag hatte eine leichte, kühle Brise der Feuerwehr geholfen, die Brände zumindest vorübergehend in einigen Gebieten zurückzudrängen.
MS kay, dpa, Marcio Jose Sanchez

Bei den jüngsten Waldbränden in Kalifornien wurden bislang 5.300 Quadratkilometer Land verwüstet. Die Einsatzkräfte schlugen immer neue Schneisen in die Wälder, um die Ausbreitung der Flammen zu verlangsamen, wie die Feuerwehr mitteilte. Dennoch konnten bisher nur wenige Brände unter Kontrolle gebracht werden.

Zwei der 585 Feuer, die seit dem 15. August ausbrachen, zählen die Behörden zu den größten in der jüngeren Geschichte Kaliforniens. Mindestens fünf Menschen kamen ums Leben, 120.000 Bürger wurden angewiesen, ihre Häuser zu verlassen und sich vor den herannahenden Flammen in Sicherheit zu bringen. Rund 13.700 Feuerwehrleute sind derzeit im Einsatz. TV-Aufnahmen zeigen gewaltige Feuersbrünste, verkohlte Wälder und dichte, schwarze Rauchwolken.

Kalifornien bittet Ausland um Hilfe

19.08.2020, USA, Carmel Valley: Feuerwehrleute versammeln sich während ihres Einsatzes. Mehr als zwei Dutzend Waldbrände lodern im US-Bundesstaat Kalifornien. Waldbrände in Kalifornien haben Tausende Menschen aus ihren Häusern getrieben. Foto: Nic Co
Die Brandbekämpfer in Kalifornien geraten an ihre Grenzen.
NC pat, dpa, Nic Coury

Am Samstag hatte eine leichte, kühle Brise der Feuerwehr geholfen, die Brände zumindest vorübergehend in einigen Gebieten zurückzudrängen, wie die „New York Times“ berichtete. Am Sonntag jedoch warnten US-Meteorologen vor neuen Gewittern. Blitzeinschläge und die große Trockenheit, die in Kalifornien zuletzt herrschte, gelten als Ursache der Brände.

Die Feuerwehr geriet in den vergangenen Tagen an ihre Grenzen. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom bat deshalb andere amerikanische Bundesstaaten sowie Kanada und Australien um Personal, Fahrzeuge und Löschflugzeuge. Ein Grund für den Mangel an Feuerwehrleuten: In Kalifornien helfen normalerweise Gefängnisinsassen bei der Bekämpfung der Waldbrände - in den vergangenen Wochen jedoch wurden viele frühzeitig entlassen, weil sich in den Haftanstalten das Coronavirus ausbreitete.