Mutmaßlicher Schütze tötete sich selbst

Schüsse auf Eritreer in Wächtersbach: "Auf Grund seiner Hautfarbe zum Opfer geworden"

23. Juli 2019 - 12:15 Uhr

Im Video: Stand der Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt

Zur fremdenfeindlichen Attacke auf einen Eritreer in Wächtersbach (Hessen) hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main neue Details bekannt gegeben. Der Mann aus Eritrea sei zufällig Opfer geworden, erklärte Alexander Badle, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, im Video. "Wir gehen davon aus, dass er auf Grund seiner Hautfarbe zum Opfer geworden ist." Ein 55-Jähriger soll dem Afrikaner mit einer Pistole in den Bauch geschossen haben. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft konnte dank Zeugen, die sofort Polizei und Rettungskräfte alarmierten, durch eine Not-Operation das Leben des 26-Jährigen gerettet werden.

Mutmaßlicher Schütze hinterließ Abschiedsbrief

Die Polizei fand den mutmaßlichen Schützen drei Stunden nach den Schüssen leblos in seinem Auto. Er habe sich mit einer Waffe mit Kaliber 45mm durch einen Kopfschuss das Leben genommen, sagte Badle. Im Auto wurde neben dieser Waffe auch die mutmaßliche Tatwaffe gefunden. Bei einer Wohnunsgdurchsuchung seien drei weitere Waffen sichergestellt worden, so die Generalstaatsanwaltschaft. Eine weitere Waffe habe der 55-Jährige kurz zuvor verkauft.

"Wieso er legal über ein solches Waffenarsenal verfügte, darüber kann ich keine Auskunft erteilen", sagte Badle. Die Ermittler gehen von einem "ganz klar fremdenfeindlichen Motiv" aus. Es gebe allerdings keine Hinweise auf eine rechtsextreme oder rechtsnationale Gesinnung des 55-jährigen Deutschen. Er sei auch nicht vorbestraft gewesen. Der Mann hinterließ einen Abschiedsbrief, zu dessen Inhalt sich die Generalstaatsanwaltschaft nicht äußerte.

Hilfe bei Selbstmordgedanken

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