Vorwurf der Marktmanipulation

Staatsanwaltschaft klagt Volkswagen-Bosse an

Herbert Diess
Herbert Diess
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24. September 2019 - 12:44 Uhr

Anklage gegen VW-Bosse

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat die Führungsspitze von Volkswagen wegen Marktmanipulation angeklagt. Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch, Vorstandschef Herbert Diess (Foto oben) und dem Ex-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn wird vorgeworfen, Anleger zu spät über die Risiken der Dieselaffäre informiert zu haben. Das teilten die Strafverfolger am Dienstag mit.

Was bedeutet Marktmanipulation?

ARCHIV - 31.05.2015, Niedersachsen, ---: KOMBO - Martin Winterkorn (l-r), damals Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, aufgenommen am 31.05.2015 während der Pokalfeier des VfL Wolfsburg in Wolfsburg, Hans Dieter Pötsch, damals Vorsitzender des Auf
Schwere Vorwürfe gegen Ex-VW-Chef Winterkorn, Aufsichtsratschef Pösch und den aktuellen VW-Boss Diess (von links nach rechts)
© dpa, Wolf, Hase, Pförtner, lof tmk wst

Volkswagen ist eine Aktiengesellschaft und an der Börse notiert. Es gibt klare gesetzliche Vorgaben, wie sich eine AG verhalten muss. Kursrelevante Ereignisse wie zum Beispiel erhebliche finanzielle Risiken müssen Aktiengesellschaften unverzüglich nach Bekanntwerden im Rahmen einer sogenannten Ad-hoc-Mitteilung öffentlich bekannt machen. Damit sollen insbesondere Besitzer von Aktien ihr Kauf- oder Verkaufsverhalten darauf einstellen und Erwartungen oder Risikoeinschätzungen an die aktuelle Lage des Unternehmens anpassen.

Dieser Verpflichtung aus dem Wertpapierhandelsgesetz sind die Angeschuldigten nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft im Rahmen der Software-Manipulationen bei den Diesel-Motoren des Typs EA 189 nicht nachgekommen.