VW-Abgas-Skandal: Diese Motorentypen sind betroffen

22. April 2016 - 19:20 Uhr

Was sollten VW-Autobesitzer jetzt tun?

Noch ist nicht absehbar, welche Tragweite der Abgas-Skandal bei Volkswagen insgesamt hat. VW-Chef Martin Winterkorn ist inzwischen zurückgetreten. Doch es gibt viele offene Fragen, die Autofahrer in Deutschland verunsichern: Stößt mein Wagen mehr Schadstoffe aus als erlaubt? Muss ich deshalb womöglich Strafe zahlen - oder höhere Steuern? Und kann ich noch bedenkenlos in Umweltzonen fahren? Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

VW-Abgas-Skandal: Diese Motorentypen sind betroffen
Viele Autofahrer fragen sich: Stößt mein Wagen mehr Schadstoffe aus als erlaubt?
© dpa, Axel Heimken

Welche Autos sind betroffen?

Nach Konzernangaben sind weltweit insgesamt rund elf Millionen Dieselfahrzeuge mit Motoren vom Typ EA 189 betroffen. Fragen nach den im Einzelnen betroffenen Modellen blieben von Volkswagen zunächst unbeantwortet. Nach Informationen der 'WAZ' stecken hinter dieser Typbezeichnung Autos mit 1,2 TDI-, 1,6 TDI- und 2,0-Dieselmotoren, die seit 2007 nach der Euro-5-Norm gebaut wurden. Demnach sind nicht nur Fahrzeuge aus der Golf-Reihe betroffen. In den USA hatte VW die Modelle Jetta, Golf, Beetle und Passat als betroffene Modelle genannt, so die 'WAZ'.

Experten gehen davon aus, dass auch Euro-5-Norm-Wagen der VW-Schwesterkonzerne Audi, Seat und Skoda manipuliert wurden. Autos mit Euro-6-Motoren dagegen wohl nicht.

Was sollten VW-Autobesitzer jetzt tun?

Erst mal gar nichts. Das Fahrzeug darf weiter benutzt werden, teilte der TÜV mit. Für den Autofahrerclub ADAC ist das Hauptproblem die große Verunsicherung der Verbraucher. Es gebe sehr viele Anrufe beunruhigter Mitglieder, so Sprecher Christian Buric. Viele Sorgen könnten gleich entkräftet werden: Bei den Plaketten für die Umweltzonen gehe es etwa um die Luftbelastung durch Rußpartikel, die Steuer orientiere sich am CO2- und nicht am Stickoxid-Ausstoß. Vieles sei aber auch noch gar nicht absehbar. Volkswagen müsse in den nächsten Tagen dringend für Klarheit sorgen. Die Verbraucherzentralen fordern den Konzern auf, betroffene Autos nachzurüsten oder den Besitzern einen Anspruch darauf zuzugestehen. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter rief VW auf, alle Autos, die mit der Manipulations-Software ausgerüstet sind, zurückzurufen und umzurüsten.

Welche Konsequenzen hat der VW-Skandal?

Um welche Schadstoffe geht es überhaupt genau?

VW räumt ein, Diesel-Autos mit einer Software so manipuliert zu haben, dass sie bei Tests durch US-Behörden deutlich weniger Stickoxide ausstießen als draußen auf der Straße. Das sind Schadstoffe, die zusammen mit flüchtigen Kohlenwasserstoffen für die sommerliche Ozonbildung verantwortlich sind und zur Feinstaub-Belastung beitragen. Sie greifen die Schleimhäute an und können so zu Atemwegserkrankungen führen.

Welche Konsequenzen hat der VW-Skandal?

Inzwischen ist eine mobile Messtechnik entwickelt, mit der die Stickoxid-Emissionen während der Fahrt direkt im Auto gemessen werden können (RDE/Real Driving Emissions). Und auf EU-Ebene wird an einem Gesetz gearbeitet, das die europaweit geltenden Grenzwerte auf Basis dieser Technik verbindlich neu festsetzen soll.

Es könnte auch noch mehr getan werden. Das Umweltbundesamt spricht sich etwa dafür aus, bei den Kontrollen künftig einen anderen Schwerpunkt zu setzen und nicht nur Autos, die frisch aus dem Werk kommen, regelmäßig unter die Lupe zu nehmen. Mönch regt außerdem an, die neuen RDE-Werte auch zum Kriterium für die Umweltzonen-Plaketten zu machen.