Warum der Vulva-Duft so unwiderstehlich macht

Vulva-Parfüm als neuer Trend?

Der Duft der weiblichen Vulva liegt momentan schwer im Trend.
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07. Februar 2020 - 17:43 Uhr

Das Geschäft mit der Weiblichkeit

Nachdem Gwyneth Paltrow eine Duftkerze auf den Markt gebracht hat, die angeblich nach ihrer eigenen Vulva riechen soll, kommt jetzt die nächste Vulvalution! Die US-amerikanische Soulsängerin Erykah Badu will ihr eigenes Parfüm rausbringen – mit einer ganz besonderen Duftnote. Das Parfüm soll nach ihrem eigenen Geschlechtsteil riechen. Die Vulva scheint im Trend zu sein und das Geschäft mit der weiblichen Intimzone boomt.

Der Duft der Vulva

Das neue Produkt wird in wenigen Tagen unter dem Namen "Badu's Pussy" auf den Markt kommen und es soll – wie der Name schon verrät – wie die Vulva der Sängerin riechen. Für das Parfüm opferte Erykah Badu extra ihre Unterwäsche. Sie zerschnitt zahlreiche Höschen und verbrannte sie. Die Asche wurde dann als Zutat mit in das Parfum gegeben. Wie praktisch, dass sie selbst mittlerweile aufgehört hat, Unterwäsche zu tragen. Da hat sie diese sowieso nicht mehr gebraucht.

Die eigene Vulva-Flüssigkeit als Parfüm nutzen

Doch die weibliche Duftnote ist auch günstiger zu kriegen: Die Sexologin Shan Boodram schwört darauf, die eigene Vulva-Flüssigkeit als Parfüm zu verwenden. "Vabbing" nennt sich der Duft-Trend, bei dem die Frau ein Parfüm aus ihrem eigenen Vulvasekret aufträgt. Vabbing ist eine Wortkombination aus Vagina und Dabbing, was zu Deutsch "tupfen" bedeutet. Bei dieser Methode wird ein wenig der eigenen Vulvaflüssigkeit per Finger aufgenommen und als Parfüm hinter das Ohr, am Hals und Handgelenk getupft.

Laut Boodram riechen Frauen durch das Auftragen des eigenen Sekrets besonders attraktiv für Männer. Diese würden durch den natürlich-intimen Duft des "Liebessafts", wie Shan es nennt, magisch angezogen werden. Im Video erklärt sie, warum Sie der Meinung ist, dass jede Frau dieses Intim-Parfüm einmal ausprobieren sollte und was sie an der neuen Bewegung so grandios findet!

Sexologin spricht über Vulva-Parfüm

Sexologin glücklich über neue Parfüm-Debatte

Aus biologischer Sicht könnte Shan mit ihrer ungewöhnlichen Idee gar nicht so falsch liegen: Vulva-Flüssigkeit enthält Pheromone, also Duft- und Botenstoffe, die bewirken, dass Menschen unterschwellig sexuelle Informationen übertragen. Sie selbst hat den Trick unzählige Male selbst angewendet. Das Ergebnis: "Manchmal scharen sich die Leute nur so um mich und manchmal spüre ich keinen Unterschied", beschreibt Shan. Ob Frauen mit diesem speziellen Geruch also tatsächlich eine attraktivere Wirkung haben? Da sind sich selbst die Experten uneinig und das muss wohl jede Frau für sich selbst herausfinden.

Aber egal ob Placebo-Effekt oder tatsächlicher Charisma-Pusher: Shan Boodram freut sich, dass Frauen durch die Parfüm-Debatte endlich über ein Tabuthema sprechen und sich ohne Scham mit ihrem Geschlechtsorgan auseinandersetzen. Immerhin gilt die Beziehung zwischen Frauen und ihrer Vulva auch heute noch teilweise als schwierig. Vielen Frauen fällt es schwer, über ihr weibliches Geschlechtsorgan zu sprechen. Die meisten wurden dazu erzogen, dass das "da unten rum" eine Tabuzone ist, über die selten bis gar nicht gesprochen wird. Oft schämen sich Frauen sogar dafür, wie ihre Vulva aussieht und unterziehen sich einer Intim-Operation.

Viva la Vulva!

Egal ob Parfüm, Vabbing oder nichts von beidem: Durch die offene Debatte wird das weibliche Geschlechtsorgan hoffentlich salonfähiger. Und vielleicht führt die Debatte dazu, dass immer mehr Frauen ein selbstverständliches und positives Verhältnis zu ihrer Weiblichkeit entwickeln.