Wann bricht die schlummernde Gefahr aus?

Vulkane in der Eifel: Neue Studie zeigt vulkanische Aktivität

26. Juni 2020 - 10:29 Uhr

Letzter Vulkan-Ausbruch in der Eifel vor 13.000 Jahren

Die Vulkane in der Eifel sind noch aktiv. US-Forscher haben gemessen, dass sich die Erde in der Eifel hebt und auch von unten nach außen gedrückt wird. Die Ergebnisse bestätigen eine Studie deutscher Wissenschaftler, die Erdbeben unter dem Laach festgestellt hatten. Der letzte Vulkan-Ausbruch in der Eifel liegt knapp 13 000 Jahre zurück. Ist es Zeit für einen neuen?

Magma sammelt sich unter der Eifel

Nach einem weiteren massiven Erdbeben drückt Magma unter dem Kratersee an die Oberfläche. Eine tödlich heiße Wasserdampfwolke steigt auf und mit einer unglaublichen Explosion bricht der Vulkan aus...
Nach einem massiven Erdbeben drückt Magma unter dem Kratersee an die Oberfläche. Eine tödlich heiße Wasserdampfwolke steigt auf und mit einer unglaublichen Explosion bricht der Vulkan aus..

In der Eifel hebt sich die Erde. Nur ganz wenig, um einen Millimeter pro Jahr - aber bereits seit längerem. Gleichzeitig bewegt sich die Erdoberfläche horizontal auseinander. Das haben US-Wissenschaftler erstmals belegt. In einer Studie werteten sie Messdaten von Tausenden von GPS-Antennen in Westeuropa über 20 Jahre aus - und stießen so auf neue Beweise für einen noch aktiven Vulkanismus in der Eifelregion.

Wenn man alle Hinweise betrachte, "dann scheint klar zu sein, dass sich unter dem Herzen von Nordwest-Europa etwas zusammenbraut", sagt Hauptautor Corné Kreemer von der University of Nevada in Reno.

Man gehe davon aus, dass sich unter der Eifel Magma in einer Tiefe von rund 50 Kilometern ansammele, schreiben die Wissenschaftler im Geophysical Journal International.

Ausbruch "irgendwann in der Zukunft" womöglich am Laacher See

Der Laacher See ist Zeitzeuge vom Vulkanismus in der Eifel.
Vulkanismus in der Eifel: Der Laacher See ist Zeitzeuge.
© picture-alliance / Helga Lade Fo, Bernd Siering, description by: Joachim Moog

Dass die Eifel nach wie vor ein aktives vulkanisches System ist, hatten deutsche Forscher erst Anfang 2019 belegt. Sie stellten seit 2013 unter dem Laacher See acht Serien von niederfrequenten Erdbeben in 10 bis 45 Kilometern Tiefe fest. Das sind ganz schwache Erdbeben, die man nicht spürt – auf der Richterskala meist kleiner als zwei. Sie seien Anhaltspunkte dafür, dass Magma aus dem oberen Erdmantel in die Erdkruste aufsteigen könnte, schrieben sie damals im Geophysical Journal International.

Die Ergebnisse beider Studien bedeuteten aber nicht, dass ein Vulkanausbruch aktuell bevorstehe, sagt Torsten Dahm vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam, der an der deutschen Studie beteiligt war. Einen größeren Ausbruch erwarte man irgendwann in der Zukunft "am ehesten wieder in der Osteifel am Laacher See", schätzt der Geophysiker.

Erdbebenmessung in der Eifel muss noch besser werden

Die Messungen in der Eifel müssten weiter ausgebaut werden, sagt Thomas Dreher vom rheinland-pfälzischen Landesamt für Geologie und Bergbau in Mainz. Der Erdbebendienst sei in diesem Jahr bereits verstärkt worden, das Mess-Set in der Eifel intensiviert. "Aber wir möchten noch empfindlicher werden", sagt er. "Und wir sind da dran." Eine Gefährdung von Menschen oder Infrastruktur sehe er überhaupt nicht. "Auch in den nächsten 1000 Jahren nicht."

In der Mediathek: Vulkane in der Eifel - schlummernde Gefahr

Ein Vulkanausbruch in der Eifel? Klingt erst einmal unwahrscheinlich. Doch nach Meinung von Vulkanologen ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem Ausbruch kommen kann. Experten gehen auf Erkundungstour und entdecken Spuren einer über 12.000 Jahre zurückliegenden Ausbruchsserie. Die Dokumentation bei TVNOW ermöglicht mit eindrucksvollen Bildern und Animationen einen Einblick in die Naturgewalt, die tief unter der Erde schlummert.