Der Kampf ums Weiße Haus ist eröffnet

Vorwahlen in Iowa: Darum ist diese Wahl so wichtig

Ein geflügeltes Wort besagt, dass es nur drei Tickets aus Iowa heraus gibt. Denn kaum ein Präsidentschaftskandidat wurde in den vergangenen Jahrzehnten nominiert, der in Iowa nicht mindestens als Drittplatzierter abschnitt.

Auf dem Foto: Joe Biden
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03. Februar 2020 - 12:02 Uhr

Wer vertritt die Parteien bei der Wahl im November?

Eigentlich ist Iowa ein verschlafener, ländlich geprägter Bundesstaat im Mittleren Westen den USA. Bekannt für seine weitläufigen Maisfelder, mit einer Hauptstadt, die kaum mehr als 200.000 Einwohner zählt. Doch alle vier Jahre ist es vorbei mit der Ruhe: Dann nämlich fällt die Politik-Prominenz ein und Iowa steht plötzlich im Mittelpunkt des Interesses. Denn Demokraten und Republikaner halten hier traditionell ihre ersten Vorwahlen ab, die am Ende darüber entscheiden, wer die Parteien bei der Präsidentschaftswahl im November vertritt. Die Demokraten machen in der Nacht zu Dienstag den Anfang.

Iowa hat eine große symbolische Bedeutung

A wind farm shares space with corn fields the day before the Iowa caucuses, where agriculture and clean energy are key issues, in Latimer, Iowa, U.S. February 2, 2020. REUTERS/Jonathan Ernst
Eigentlich ist Iowa ein verschlafener, ländlich geprägter Bundesstaat im Mittleren Westen den USA. Doch alle vier Jahre ist es vorbei mit der Ruhe: Dann nämlich fällt die Politik-Prominenz ein und Iowa steht plötzlich im Mittelpunkt des Interesses.
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Bei 50 Bundesstaaten hat Iowa theoretisch nur einen kleinen Einfluss auf das Endergebnis – doch symbolisch hat die Wahl eine riesige Bedeutung. Ein Sieg gibt den Gewinnern Aufwind für die anderen Vorwahlen in den kommenden Monaten, die Ambitionen der Verlierer können dagegen im Keim erstickt werden. Ein geflügeltes Wort besagt, dass es nur drei Tickets aus Iowa heraus gibt. Denn kaum ein Präsidentschaftskandidat wurde in den vergangenen Jahrzehnten nominiert, der in Iowa nicht mindestens als Drittplatzierter abschnitt. (Die wichtigsten Fragen zur Wahl beantworten wir hier.)

In diesem Jahr scheint es ein enges Rennen zu werden: Vorne liegt in Iowa Umfragen zufolge der linksgerichtete Senator Bernie Sanders, dicht gefolgt vom früheren Vizepräsidenten Joe Biden, dem jungen Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg und der Senatorin Elizabeth Warren. Auch die Senatorin Amy Klobuchar und der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg wollen für die Demokraten um den Einzug ins Weiße Haus kämpfen.

Gemeinsames Ziel: Trump bekämpfen

Sie alle haben ein gemeinsames Ziel: Die Wiederwahl von Präsident Donald Trump verhindern. Trump lästerte in einem Interview mit seinem Lieblingssender Fox News auch gleich über seine politischen Gegner. "Ich habe kleine Spitznamen für sie alle", sagte der Republikaner. Biden sei der "schläfrige Joe", Sanders ein "Kommunist", Warren "unehrlich" und Bloomberg "sehr klein".

Abgesehen vom Kampf gegen Trump haben die Bewerber der Demokraten aber ganz unterschiedliche Ansichten und Wahlprogramme:

  • Sanders bezeichnet sich selbst als demokratischen Sozialisten und verspricht eine "politische Revolution" – es wird allerdings befürchtet, dass er damit die Wähler der Mitte verschreckt.
  • Auch Warren setzt auf linke Positionen.
  • Biden dagegen vertritt gemäßigtere Positionen und punktet mit langjähriger politischer Erfahrung.
  • Buttigieg zielt auf die Mitte ab – manch einer zweifelt aber daran, dass die USA schon bereit für einen homosexuellen Präsidenten sind.

Am frühen Dienstagmorgen, wenn die Stimmen in Iowa ausgezählt sind, dürfte es erste Antworten auf die Frage geben, wer für die Demokraten aufs Präsidentenamt hoffen kann.