Vorschlag der Hamburger Elternkammer: Von Klasse 1 direkt in Klasse 3

Mit Eifer schreibt dieses fünfjährige Mädchen die Buchstaben A, B und C mit Kreide auf eine Schultafel. Vielleicht kann sie in Hamburg bald eine Schulklasse überspringen.
Mit Eifer schreibt dieses fünfjährige Mädchen die Buchstaben A, B und C mit Kreide auf eine Schultafel. Vielleicht kann sie in Hamburg bald eine Schulklasse überspringen.
© dpa-Zentralbild, Z6068 Hansjürgen Wiedl

22. August 2018 - 13:11 Uhr

Flexible Grundschule: In Bayern bereits Praxis

Kinder haben unterschiedliche Lernanlagen und Vorbedingungen. Während das eine Kind schnell Fortschritte macht und sehr gut Lesen und Schreiben lernt, braucht das andere Kind ein bisschen mehr Zeit. In Bayern gibt es bereits 268 sogenannte "Flexible Grundschulen". Nun hat Hamburgs Elternkammer einen Vorstoß in die gleiche Richtung unternommen.

Schulsenator offen für das Konzept

Denn Kinder, die bereits lesen und schreiben können, sollen nach dem Willen der Hamburger Elternkammer in der Grundschule von der ersten direkt in die dritte Klasse wechseln dürfen. Die Vorsitzende der Elternkammer, Antje Müller, sagte im NDR, es sei eine Idee, die an die Behörden herangetragen werde. Schulsenator Ties Rabe von der SPD habe bereits signalisiert, dem Konzept offen gegenüber zu stehen.

Konzept soll Lernausgangslagen berücksichtigen

Kinder, denen es "ein bisschen schwerer fällt" hätten dann mehr Zeit, sich denselben Lernstoff in drei Jahren anzueignen, sagte Müller. Die Kinder würden heute mit sehr unterschiedlichen Ausgangslagen in die Schule kommen, erläuterte sie auch mit Blick auf zahlreiche Migrantenkinder, die etwa noch Probleme mit Deutsch hätten. "Das heißt ein Kind, das mit einer guten Lernausgangslage pfiffig, motiviert ist, könnte nach einem Jahr in die Klasse 3 übergehen, während ein Kind, dem es ein bisschen schwerer fällt, das vielleicht Deutschprobleme hat, sich denselben Lernstoff in drei Jahren aneignen könnte."

Schulsenator Rabe zeigte sich angetan. "Ich finde die Idee sehr gut", sagte er in dem Gespräch. Hamburg habe tatsächlich Schüler und Schülerinnen an den Grundschulen, die vom Lernstand drei Jahre auseinander seien.


Quelle: DPA/RTL.de