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Vorpommern-Greifswald: Grund für Meldeverzug gefunden

Ein Patient lässt vor einer Arztpraxis einen Abstrich machen. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Symbolbild
Ein Patient lässt vor einer Arztpraxis einen Abstrich machen. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Symbolbild
© deutsche presse agentur

08. April 2021 - 18:39 Uhr

Greifswald (dpa/mv) - Die verzögerten Meldungen von Corona-Infektionen in Vorpommern-Greifswald sind nach Angaben des Landkreises auf ein Missverständnis zurückzuführen. "Wir sind davon ausgegangen, dass wir 70 Einzelpunkte bei der Befragung von positiv getesteten Menschen auf einmal liefern müssen", erklärte Landrat Michael Sack (CDU) am Donnerstag. Ein Grundgerüst von abgefragten Daten mit weitaus geringerem Umfang sei für die Meldung an das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) hingegen zunächst ausreichend. "Bei dem Versuch, den vorgegebenen Fragekatalog möglichst vollständig zu bearbeiten, haben wir zu viel Zeit verloren."

Die Ursache sei bei der Betrachtung der Arbeitsweise im Landkreis zusammen mit dem Lagus klar geworden. Nun ließe sich die Arbeitsweise der Kontaktnachverfolgung schneller und effizienter gestalten, da pro Fall deutlich weniger Zeit bis zur Meldung aufgewendet werden müsse, teilte der Landkreis mit. Zudem solle die Kontaktnachverfolgung künftig enger mit den Mitarbeitern zusammenarbeiten, welche die Meldungen an das Lagus senden.

Abweichungen bei Corona-Inzidenzen des Landkreises hatten in den vergangenen Tagen für Diskussionen gesorgt. Ein Vergleich der tagesaktuellen Berichte des Lagus mit der Datenbank des Robert Koch-Instituts (RKI) für Vorpommern-Greifswald zeigt deutliche Abweichungen bei den Corona-Inzidenzen. In der Datenbank des RKI werden auch nachträglich für ein bestimmtes Meldedatum übermittelte Fälle berücksichtigt. Auf Basis dieser Daten ergibt sich beispielsweise für den 25. März eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 200. Das Lagus meldete an dem Tag 118.

Der Wert gibt an, wie viele Menschen sich nachweislich je 100.000 Einwohner binnen einer Woche mit dem Coronavirus infiziert haben und ist maßgeblich für zahlreiche Corona-Maßnahmen.

Vor allem die Grünen in MV hatten auf das Problem aufmerksam gemacht und vergangene Woche mitgeteilt, dass sie deswegen verschiedene Landesministerien um die Überprüfung einer möglichen Dienstpflichtverletzung von Michael Sack, dem CDU-Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl, gebeten hätten. Sie sahen Versäumnisse beim Pandemieschutz in Folge falscher Zahlen. Das Gesundheitsministerium hatte das Lagus mit einer Untersuchung beauftragt.

© dpa-infocom, dpa:210408-99-131267/2

Quelle: DPA

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