Vor tödlichem Sprung: Vater verletzte Kinder mit Messer

04. August 2015 - 15:07 Uhr

Vater soll Kinder mit einem Messer verletzt haben

Am Sonntag stürzte sich ein 37 jähriger Mann mit seinen zwei kleinen Kindern von der Rombachtalbrücke in Hessen - der größten Eisenbahnbrücke Deutschlands. Die Obduktion ergab nun, dass er bereits zuvor mit einem Messer seine zehn jährige Tochter und den neunjährigen Sohn verletzt hatte.

Familiendrama Vater springt mit Kindern von der Brücke
Der Vater stürzte sich mit seinen Kindern von der Rombachtalbrücke.
© dpa

"Aufgrund der derzeitigen Ermittlungslage gehen wir davon aus, dass der Mann sich mit seinen Kindern in den Bereich der Brücke begeben hat und bevor es zu dem tragischen Geschehen kam, beiden Kindern jeweils einen Messerstich in den Oberkörper verpasst hat", erklärte Thomas Hauburger von der Staatsanwaltschaft Gießen. Ob schon diese Stichverletzungen tödlich waren, oder der Sprung in 100 Meter Tiefe ist noch unklar.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von Familiendrama aus

Der Vater hatte das Wochenende, im Einverständnis mit der Mutter, gemeinsam mit seinen Kindern verbracht. Von Parchim in Mecklenburg Vorpommern fuhr er knapp 500 Kilometer nach Hessen in die Nähe von Schlitz, dort brachte er sich und seine Kinder um. Die Staatsanwaltschaft in Gießen geht momentan von einem Familiendrama aus: "Wir wissen momentan über die Hintergründe der Tat noch nicht allzu viel. Derzeit sieht es aber so aus, dass ein Sorgerechtsstreit mit der Kindsmutter anzunehmen ist", so Thomas Hauburger.

Laut Polizei ist die Mutter der Kinder traumatisiert. Sie wird derzeit psychologisch betreut. Psychologin Katharina Ohana nimmt an, dass sie ihr Leben lang unter dem Schicksalsschlag leiden wird. "Wie soll man so etwas verwinden können, dass die eigenen Kinder vom liebenden Vater umgebracht werden aus Egoismus oder Kränkung? Akzeptieren, dass das Leben der Kinder weniger geschätzt wird als der eigene Schmerz."