Unternehmen lassen Angestellten teilweise die Wahl

Vor Tarifverhandlungen der Gewerkschaften: Viele Deutsche hätten lieber mehr Freizeit als mehr Geld

07. Januar 2019 - 22:29 Uhr

Zeit oder Geld?

Lohnerhöhungen und Bonuszahlungen - das sind die üblichen Forderungen bei Tarifverhandlungen und Warnstreiks. Doch ist das wirklich das, was Arbeitnehmer wollen? Tatsächlich würden viele Deutsche mehr Freizeit vor mehr Geld bevorzugen. Das haben schon die Entscheidungen von Angestellten von Post und Bahn gezeigt: Bei der letzten Lohnerhöhung entschied sich ein Großteil von ihnen für mehr Freizeit und gegen das Geld.

Bahn: 70 Prozent entschieden sich für mehr Freizeit

Sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat - mit dieser Forderung ziehen der deutsche Beamtenbund dbb und die Gewerkschaft Verdi in die am 21. Januar in Berlin startenden Tarifverhandlungen mit den Ländern. Dabei kämpfen sie für rund eine Million Angestellte und mittelbar 1,2 Millionen Beamte und eine Million Pensionäre. Schon vor den Verhandlungen haben die Länder die Gewerkschaftsforderungen als völlig überzogen zurückgewiesen.

Im Fokus der Verhandlungen stehen also ganz klar die Löhne. Doch immer mehr Deutsche würden sich bei der Wahl zwischen Geld und Freizeit lieber zur Zeit tendieren. Die Entscheidungen von Angestellten von Post und Bahn bei der letzten Lohnerhöhung haben das ganz klar gezeigt: Allein bei der Bahn wählten 20.000 Mitarbeiter dabei zusätzliche Freizeit und verzichteten auf das Geld. Laut dem Vorsitzenden der Lokführer-Gewerkschaft GDL, Claus Weselsky, entspricht das 70 Prozent des Zugpersonals. Im Video sehen Sie, welche Gründe dahinterstecken.