Vor Grundschule in Gütersloh: Vater fährt Kind über den Fuß – Polizei appelliert an Helikoptereltern

Der Weg zu Schule birgt viele Tücken in sich - die Polizei in Gütersloh zählt nun auch Helikoptereltern dazu (Motivbild).
© picture alliance / Jan Haas, Jan Haas

13. September 2018 - 21:42 Uhr

Vater bringt sein Kind zur Schule – und fährt dann anderem Kind über den Fuß

Wilde Diskussionen begleiten das Thema Elterntaxi seit Jahren. Wenn sich dabei die Polizei einmischt, hat die Situation vor Grundschulen ein neues Level erreicht. Ein Vater ist einem Mädchen über den Fuß gefahren, nachdem er seine eigenen Kinder in eine Grundschule in Gütersloh gebracht hatte. Die Neunjährige wurde dabei leicht verletzt. Der Fahrer raste davon. Mit ihrer Pressemitteilung suchte die Polizei nicht nur erfolgreich nach dem Unfallfahrer, sie richtete auch einen eindringlichen Appell an Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren.

"Das lernen Ihre Kinder aber nicht, wenn Sie sie direkt vor den Schulhof fahren"

Im Stile eines Elternbriefes hat sich die Polizei Gütersloh an alle gewandt, die ihre Kinder zur Schule fahren. "Liebe Eltern von Grundschulkindern, wir verstehen, dass Sie alles daran setzen, Ihre Kinder zu beschützen und es ihnen im Leben so leicht wie möglich zu machen", beginnt die Pressemitteilung. Doch dann kommt die Polizei schnell zum Punkt: "Allerdings haben wir keinerlei Verständnis dafür, wenn einige von Ihnen Ihr eigenes Kind beschützen, sich aber absolut rücksichtslos gegenüber anderen Kindern verhalten."

Die Gütersloher Polizei betont die Wichtigkeit für Kinder, das richtige Verhalten im Straßenverkehr zu lernen. Dazu gehöre auch das Einüben des sichersten Weges zur Schule. "Das lernen Ihre Kinder aber nicht, wenn Sie sie direkt vor den Schulhof fahren und dann auch noch zum Eingang bringen", stellt die Polizei in der Pressemitteilung klar.

"Üben Sie mit Ihren Kindern den eigenständigen Weg zur Schule"

Die Pressemitteilung endet mit starken Worten: "Üben Sie daher mit Ihren Kindern den eigenständigen Weg zur Schule! Da Sie Ihre Kinder täglich erleben, ihre Stärken und Schwächen kennen, können Sie auf das Verhalten im Straßenverkehr besonders positiv einwirken." Und besonders wichtig: "Wählen Sie dabei den sichersten, nicht den kürzesten, Weg zur Schule."

Der Polizeibeamte, der diesen flammenden Appell verfasst hat, wäre sicher ein Befürworter von einer Bannmeile um die Schule, wie er in Hannover an der Albert-Schweizer-Schule erfolgreich eingeführt wurde.

Mit Hilfe der Grundschullehrer konnte die Polizei übrigens den 33-jährigen Unfallfahrer ermitteln. Er muss sich wegen Fahrerflucht verantworten.