29. Juni 2019 - 13:08 Uhr

Trauer und Fassungslosigkeit

Der 27. Juni 2018 ist als einer der traurigsten Tage in die deutsche Fußball-Geschichte eingegangen. Das Aus bei der Weltmeisterschaft 2018 kam völlig unerwartet und schockte eine ganze Nation. Titelverteidiger Deutschland überstand in Russland nicht einmal die Gruppenphase. RTL.de lässt das Debakel Revue passieren.

Südkorea schockt die DFB-Elf

Ein Blick zurück: Dank des grandiosen Freistoßtors von Toni Kroos gegen Schweden hat die deutsche Nationalmannschaft alle Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale. Der Gegner heißt Südkorea - der vermeintlich schwächste in der Gruppe. Doch was mit dem, was dann passiert, hätte kaum jemand gerechnet. Die DFB-Kicker verlieren 0:2 und scheiden aus. "Ich bin auch geschockt, dass wir es nicht fertig gebracht haben, Südkorea zu schlagen", sagt Joachim Löw. "Der Schmerz hält mich noch gefangen", so der Bundestrainer einen Tag später nach der Landung in Frankfurt.

"Unglaubliche Leere"

Noch heute läuft Löw ein kalter Schauer über den Rücken, wenn er an das Debakel zurückdenkt. "Es war eine unglaubliche Leere. Man weiß, man hat eine ganze Nation enttäuscht", sagt der Bundestrainer. "Dass wir so eine WM spielen, dass es so einen Einbruch gibt, habe ich mir wirklich nicht vorstellen können", sagt Löw im Rückblick. Der DFB-Coach verfiel eigenen Angaben zufolge für "zwei, drei Tage in eine Schockstarre". Sogar auf Frustsaufen habe er "keine Lust mehr" gehabt: "Man fragt sich warum, weshalb, aber findet am Anfang keine Antworten."

Die Verjüngungskur

Ein Jahr danach hat sich die DFB-Elf von dem Schock langsam erholt. Löw durfte trotz des frühen WM-Aus bleiben und hat mittlerweile, wenn auch schleppend, einen Umschwung eingeleitet. Nach verkorkster Nations League verabschiedete sich "Jogi" etwas verspätet von den Alt-Stars Mats Hummels, Jérôme Boateng und Thomas Müller. Die Verjüngungskur nimmt Formen an.

Neue Achse

Serge Gnabry, Leroy Sane und Joshua Kimmich
Die jungen Wilden: Serge Gnabry, Leroy Sané und Joshua Kimmich stehen für die neue Generation.
© REUTERS, VASILY FEDOSENKO, jb

Um die Achse Manuel Neuer, Marco Reus, Ilkay Gündogan, Joshua Kimmich und Toni Kroos baut der Bundestrainer ein junges aufstrebendes Team. Leroy Sane, der zur WM nach Russland nicht mitdurfte, steht im Fokus. Serge Gnabry, Julian Brandt, Kai Havertz, Leon Goretzka und Niklas Süle stehen für das neue DFB-Team.

Auf zu neuen Abenteuern

Die Leistungen in der EM-Qualifikation machen Hoffnung auf eine neue Erfolgsgeschichte. Beim DFB entwickelt sich eine neue Generation, die das Potential hat, die Schmach von Kasan 2018 vergessen zu machen und die glorreichen Jahre zurückzubringen. 

Erfolgreiche U21 rückt nach

Und sollten Jogis Jungs doch schwächeln, stehen in der U21 diverse hoffnungsvolle Talente parat. Die Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz spielt derzeit in Italien groß auf und ist auf dem Weg, ihren EM-Titel aus dem Jahr 2017 erfolgreich zu verteidigen. Am Donnerstag (18 Uhr im RTL-Liveticker) trifft die DFB-Elf im Halbfinale auf Rumänien.