Vor die U-Bahn gestoßen: Amandas Familie ist fassungslos über den sinnlosen Tod

07. Februar 2016 - 17:12 Uhr

Mutter und Schwester schreiben einen Abschiedsbrief

Die 20-jährige Amanda K. starb, weil ein völlig Fremder sie in Berlin vor eine fahrende U-Bahn stieß. Wenige Minuten vor ihrem Tod schrieb die junge Frau ihrer Mutter noch eine SMS: "Bin gleich zu Hause. Ich liebe dich". Diese Worte sind das letzte, was die Mutter von ihrer Tochter hört – kurz darauf ist Amanda tot. Wenig später wurde die Mutter von der Polizei geweckt, die ihr mitteilte, dass ihre Tochter vor eine fahrende U-Bahn gestoßen wurde. Der mutmaßliche Täter ist der 28-jährige, polizeibekannte Hamin E. Er suchte sein Opfer wahllos aus.

Amanda K. wurde vor eine U-bahn gestoßen
Die 20-jährige Amanda K. starb, weil ein völlig Fremder sie vor eine fahrende U-Bahn stieß.
© Instagram/ @amanda.colorful

Die Angehörigen der jungen Frau können den schrecklichen Verlust nicht fassen. Einige Familienmitglieder kamen zum Tatort – dem Berliner U-Bahnhof – um zu trauern. Amandas Mutter und ihre Schwester Larin haben auch einen bewegenden Abschiedsbrief hinterlassen. "Keine Worte der Welt bringen dich zu mir zurück, aber ich werde dich für immer im Herzen tragen. Ich liebe dich mehr als du glaubst", schrieb die Mutter. Auch die Schwester fand bewegende Worte: "Mein Engel, es ist unfassbar, wie du von uns gegangen bist. Du warst und bist meine perfekte Schwester. Wie eine Mama und zugleich wie meine beste Freundin." Amanda wird heute gegen Nachmittag beerdigt.

Der Täter war polizeibekannt

Hamin E. schweigt nach der Attacke gegenüber den Ermittlern. Das sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft Martin Steltner. Der psychisch kranke Mann wurde in eine Klinik eingewiesen. Laut Steltner war der 28-Jährige wegen Sachbeschädigung in Hamburg bereits in psychiatrischer Betreuung. Er habe auch mit Drogen zu tun gehabt.

Ob er auch bei dem Angriff im U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz im Drogenrausch war, werde noch geprüft. Der 28-Jährige hatte die ihm unbekannte Amanda vor einen Zug gestoßen. Sie wurde überrollt und starb an ihren schweren Verletzungen. Zeugen hielten den Täter fest, bis er festgenommen werden konnte.

"Wir wissen, dass er vor geraumer Zeit mit einer Jugendstrafe in Erscheinung getreten ist, ansonsten ist das Bild sehr uneinheitlich und deswegen brauchen wir eine sehr genaue Aufarbeitung und für Klarheit zu sorgen ob es Möglichkeiten gegeben hätte, diese Straftat zu verhindern", erklärte Till Steffen, Justizsenator von Hamburg.

In ungewöhnlich deutlichen Worten rügte Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) die Justizbehörden in Hamburg: "Es muss die Frage gestellt werden, warum dieser Mann mit seiner Vorgeschichte nicht frühzeitiger gestoppt wurde." Zu dem Zeitpunkt der Tat befand sich der in Hamburg geborene und aufgewachsene Mann erst etwa zwei Stunden in Berlin. Er habe vergeblich versucht, in einer Obdachlosenunterkunft unterzukommen. Warum er auf dem U-Bahnhof war, ist noch unklar. Er soll bereits früher in Hamburg wegen eines Gewaltdeliktes aufgefallen sein.