Boris Becker muss ihn beruhigen

Vor dem Davis Cup: Alexander Zverev flippt im Training aus

Davis Cup Deutschland - Ungarn
Davis Cup Deutschland - Ungarn
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31. Januar 2019 - 10:00 Uhr

Zverev heiß aufs Davis-Cup-Heimspiel

Die Australian Open sind für Alexander Zverev mit einer Enttäuschung zu Ende gegangen. Nun freut sich der Hamburger Tennisprofi auf den Davis Cup gegen Außenseiter Ungarn. "Die Stimmung ist wahnsinnig", sagt der 21-Jährige, hat im Training aber nicht immer gute Laune.

Wutausbruch nach wenigen Trainingsminuten

29.01.2019, Hessen, Frankfurt/Main: Tennis: Davis Cup, vor der Erstrundenpartie Deutschland - Ungarn: Der deutsche Tennisspieler Alexander Zverev bringt beim Training in der Fraport Arena seinen zertrümmerten Schläger zur Bank. Foto: Arne Dedert/dpa
Zverev prügelt seinen Schläger schrottreif
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Alexander Zverev war genervt. Er schleuderte seinen Tennisschläger auf den blauen Hartplatz, trat einmal kräftig drauf, zertrümmerte ihn. Keine Viertelstunde dauerte es im Training, bis die Wut aufkam, er ratlos mit den Schultern zuckte. Zu viele Vorhände flogen ins Aus. Wortlos und ohne erkennbare Gefühlsregung reichte Boris Becker ihm einen anderen Schläger.

In der Trinkpause versuchte Becker, als Herren-Chef im deutschen Tennis auch Berater im Davis-Cup-Team, Zverev eine positive Haltung zu vermitteln. Aus Spaß warf er ihm einen Ball an den Rücken. Mit ruhiger Stimme gab der dreimalige Wimbledonsieger dem 21-jährigen Hamburger immer wieder Tipps.

Zverev zeigt zwei Gesichter

29.01.2019, Hessen, Frankfurt/Main: Tennis: Davis Cup, vor der Erstrundenpartie Deutschland - Ungarn: Der deutsche Tennisspieler Alexander Zverev hält vor dem Training in der Fraport Arena eine Fernsehkamera. Foto: Arne Dedert/dpa +++ dpa-Bildfunk ++
Das ist der gut gelaunte Zverev
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Noch waren bis auf wenige Schaulustige keine Zuschauer in der Frankfurter Fraport Arena. Bevor Zverev fürs erste Training am Dienstag auf den Platz ging, flachste er mit einem Kameramann, übernahm dessen Fernsehkamera und hielt sie kurz auf die unbekannten Spieler aus Ungarn, die Gegner am Freitag und Samstag.

"Ich bin froh, dass ich wieder in Deutschland bin, mit meiner Mannschaft, und mit den Jungs Davis Cup spielen darf", sagte Zverev im Videomagazin 'Tiebreak' des Deutschen Tennis Bunds. "Die Stimmung ist wahnsinnig, wir verstehen uns alle einfach unheimlich gut."

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Duelle mit Ungarn nicht mehr als eine Trainingseinheit?

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Becker redet auf seinen Schützling Zverev ein
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Zverev ist bei den Auftritten am Freitag (16.00 Uhr/DAZN) und Samstag (12.00 Uhr/DAZN) gegen die nicht einmal zweitklassig aufgestellten Ungarn die Hauptperson. Gut 30 Jahre nach dem ersten deutschen Titel im Davis Cup soll Zverev mit Philipp Kohlschreiber, Jan-Lennard Struff, Peter Gojowczyk und Tim Pütz den Einzug in die neue Endrunde des reformierten Nationen-Wettbewerbs perfekt machen.

Die Einzel dürften für ihn normalerweise zu einem besseren Training werden. Zsombor Piros etwa wurde vor zwei Jahren Junioren-Sieger der Australian Open, bestritt aber noch keine Partie auf der ATP-Tour.

Zverev: Kein Davis Cup im November

Sport Bilder des Tages TENNIS - ATP Tennis Herren Australian Open 2019 MELBOURNE,AUSTRALIA,21.JAN.19 - TENNIS - ATP World Tour, Grand Slam, Australian Open. Image shows Alexander Zverev (GER). PUBLICATIONxINxGERxHUNxONLY GEPAxpictures/xMatthiasxHauer
Zu hohe Belastung: Beim neuen Davis-Cup-Finale im November will Zverev nicht mitspielen
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Teamkapitän Michael Kohlmann rechnet es Zverev hoch an, dass er im Davis Cup antritt. In der Vergangenheit hat auch der vielversprechendste deutsche Tennisprofi seit langem für den Nationen-Wettbewerb schon abgesagt, weil seine individuelle Karriere Vorrang hat.

Die stark kritisierte Davis-Cup-Reform soll den Profis auch entgegenkommen. Sie spielen beispielsweise nur an zwei statt an drei Tagen und über zwei statt drei Gewinnsätze. Kräftezehrende Fünf-Satz-Matches sind ausgeschlossen. Seine Teilnahme an der neuen Endrunde in Madrid vom 18. bis 24. November hat Zverev aber bisher abgelehnt. Der Termin würde aus seiner Sicht die Pause bis zur neuen Saison zu sehr verkürzen.

Ohnehin gefällt Zverev das neue System nicht. "Ich wünsche mir, dass man nach eins, zwei Jahren vielleicht sagt, ok, das funktioniert vielleicht nicht so gut, wie man sich das vorgestellt hat und man wirklich das alte System mit den Heimspielen wieder zurückbekommt." Für ihn habe "ein Titelgewinn in dem Nationen-Wettbewerb mit dem neuen Modus «ein bisschen" an Wert verloren, sagte Zverev.