„Ich stand Schulter an Schulter mit Halyna, als der tödliche Schuss fiel"

Vor Alec Baldwins Schuss: Das ist das letzte Foto der lebenden Halyna Hutchins

27. Oktober 2021 - 7:29 Uhr

Halyna Hutchins wird bei dieser Szenenprobe erschossen

Ihr Tod schockt ganz Hollywood: Kamerafrau Halyna Hutchins (42) stirbt am Set des Films "Rust", weil in einem angeblich ungeladenen Requisiten-Revolver offenbar doch scharfe Munition war. Der Schütze: Hauptdarsteller Alec Baldwin (63), der bei der Kameraprobe für eine Szene abdrückt. Nicht ahnend, dass die Waffe geladen ist. Film-Beleuchter Serge Svetnoy (45) hat jetzt ein Foto dieser Probe bei Facebook hochgeladen. Es ist die letzte Aufnahme der lebenden Halyna. Den neuesten Stand der Ermittlungen zeigen wir im Video.

„Ich habe sie in meinen Armen gehalten, als sie im Sterben lag“

Film-Beleuchter Serge Svetnoy  mit der toten Kamerafrau Halyna Hutchins.
Film-Beleuchter Serge Svetnoy mit der toten Kamerafrau Halyna Hutchins.
© Serge Svetnoy / Facebook

"Dies ist das letzte Foto von Halyna am Set", schreibt Serge Svetnoy zu dem Bild vom "Rust"-Set. Darauf ist zu sehen, wie Alec Baldwin in einer Film-Kirche probt, seinen Revolver zu ziehen. Halyna steht mit ihrer Kamera direkt vor ihm. Serge ist neben Halyna zu sehen, er erlebte das Todesdrama hautnah mit, wie er bei Facebook erklärt.

"Ich stand Schulter an Schulter mit Halyna, als der tödliche Schuss fiel, der ihr Leben kostete und den Regisseur Joel Souza verletzte. Ich habe sie in meinen Armen gehalten, als sie im Sterben lag. Ihr Blut klebte an meinen Händen."

Serge erhebt schwere Vorwürfe gegen die unerfahrene Waffenmeisterin

Serge äußert sich in einem langen Text bei Facebook auch zu den Gründen, die zu diesem tödlichen Unfall geführt haben könnten: "Es ist die Schuld von Fahrlässigkeit und Unprofessionalität. Die Nachlässigkeit der Person, die die Waffe vor Ort überprüfen sollte, hat genau das nicht getan. Die Person, die melden musste, dass die geladene Waffe vor Ort war, hat das nicht getan. Die Person, die die Waffe hätte überprüfen müssen, bevor sie an den Drehort gebracht wurde, hat das nicht getan. Und der TOD EINES MENSCHEN IST DAS ERGEBNIS!"

Er sei sich sicher, dass es beim "Rust"-Dreh in "allen Abteilungen Fachleute" gab – "bis auf die Abteilung, die für die Waffen zuständig war. Es kann nicht sein, dass eine 24-jährige Frau ein Profi für Waffen ist." Damit spielt Serge auf die noch unerfahrene Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed an. Der "Rust"-Dreh soll erst ihr zweiter Job gewesen sein.

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Serge fühlt mit Alec Baldwin mit

"Um einen Cent zu sparen, stellt man manchmal Leute ein, die für diesen komplizierten und gefährlichen Job nicht voll qualifiziert sind, und man riskiert das Leben der anderen Leute, die in der Nähe sind, und auch das eigene Leben. "Ich verstehe, dass Sie immer um das Budget kämpfen, aber das dürfen Sie nicht zulassen. In jeder Abteilung sollte es immer mindestens einen Fachmann geben, der sich mit dem Job auskennt. Das ist ein absolutes Muss, um eine solche Tragödie wie die mit Halyna zu vermeiden", appelliert er eindringlich an die Film-Produzenten Hollywoods.

Serge wünsche niemandem, dass er das durchmachen muss, was er selbst am Set durchgemacht hat, als er die sterbende Halyna in den Arrmen hielt. Noch schlimmer sei natürlich, was ihr Ehemann Matt Hutchins und ihr Sohn Andros durchgemacht haben: "Und Schauspieler Alec Baldwin, dem am Set eine Waffe in die Hand gedrückt wurde. Er muss mit dem Gedanken leben, dass er das Leben eines Menschen genommen hat."

Allerdings muss Alec Baldwin als Producer der Films wohl auch mit dem Gedanken leben, dass er das, was Serge so eindringlich fordert, bei seiner Produktion nicht eingehalten hat und offenbar Menschen eingestellt hat, die keine Fachleute sind. (csp)