Vonovia-Hochhaus in Stuttgart: Modernisierung bringt Mieterhöhung – Bewohner wehren sich

17. Juli 2018 - 23:34 Uhr

Modernisierungskosten werden auf Mieten umgelegt

62 Jahre alt, 15 Stockwerke hoch, 81 Mietparteien. Das Wohnungsunternehmen Vonovia modernisiert ein Hochhaus in Stuttgart. Zum Wohle der Mieter? Nein, die Bewohner des Hauses wehren sich: gegen steigende Mieten. Denn an den hohen Kosten für Modernisierungen müssen sich Mieter in Deutschland mit bis zu elf Prozent der Gesamtsumme der Modernisierungskosten pro Jahr beteiligen.

"Hier wird modernisiert, um den Aktionären von Vonovia etwas Gutes zu tun"

Die Mieter protestieren mit Bannern an ihren Balkonen gegen die Mieterhöhungen, die ihnen bevorstehen. "Hier wird modernisiert, und zwar nicht um den Mietern etwas Gutes zu tun, sondern es wird modernisiert um den Aktionären von Vonovia etwas Gutes zu tun", kritisiert Rolf Gassmann vom Mieterverein Stuttgart.

Rechtlich ist die Vonovia auf der sicheren Seite. Vermieter dürfen modernisieren, wenn die Immobilie dadurch verbessert wird. Dass sich die aktuellen Mieter die teureren Mieten dann oftmals nicht mehr leisten können, spielt in der Gesetzgebung keine Rolle. Kein Ausweg also für die Mieter. Entweder sie müssen die höheren Mieten zahlen, oder aus den 15 Stockwerken, die für sie Zuhause bedeuten, ausziehen.