Von Syrien in ein Möbelhaus in Fürth: Die Geschichte einer zweimonatigen Flucht nach Deutschland

24. Oktober 2014 - 12:40 Uhr

"Ich will ein ganz normales, sicheres Leben führen"

Nafee Kamal Eddin und seine Familie flüchteten mehr als zwei Monate von Syrien nach Deutschland. Hier wurden sie zuerst in einem ehemaligen Möbelhaus untergebracht. RTL-Reporterin Michaela Johannsen sprach mit dem Familienvater.

RTL-Reporterin Michaela Johannsen sprach mit syrischer Flüchtlingsfamilie
RTL-Reporterin Michaela Johannsen besuchte das ehemalige Möbelhaus in Fürth, das als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird.

Familienvater Nafee Kamal Eddin war in seiner Heimat ein angesehener Mann. Der heute 28-Jährige arbeitete als Richter, seine Frau Rana studierte. Doch die Flucht sei unumgänglich gewesen: "In Syrien ist es einfach hart zu überleben. Es gibt Bombenanschläge überall, du wirst vielleicht verhaftet oder gekidnappt", sagt der Syrer. Zweieinhalb Monate dauerte die Flucht der vierköpfigen Familie. Von Damaskus flogen sie in den Libanon und weiter nach Algerien. Mit dem Auto ging es über Tunesien weiter nach Libyen. Dort zahlten sie einem Schleuser 4.000 Euro, damit er sie ins italienische Catania brachte. Über Italien gelangten sie dann nach Deutschland.

Im bayrischen Fürth wurden die Flüchtlinge zuerst in einem ehemaligen Möbelhaus untergebracht. Bauzäune dienten dort als Blickfang um "ein bisschen Privatsphäre für die Menschen zu schaffen", berichtet RTL-Reporterin Michaela Johannsen. Rund 25.000 Flüchtlinge kommen mittlerweile jeden Monat nach Deutschland. Die Kommunen haben große Schwierigkeiten allen eine würdige Unterkunft zu bieten.

Nafee Kamal Eddin und seine Familie bewohnen mittlerweile ein kleines Zimmer in einer städtischen Unterkunft im bayrischen Zinndorf. "Ich will einfach nur ein ganz normales, sicheres Leben führen", sagt er. Sobald sein Asylantrag bewilligt ist, darf der junge Syrer in Deutschland arbeiten. Der Weg ist noch lang, doch die ersten Schritte zu einem normalen Leben sind bereits getan.