Beschleunigtes Verfahren in der Justiz

Vom Ladendieb zum Vorbestraften in unter 24 Stunden

Auf frischer Tat ertappt: Ein Ladendieb aus Peißen schaffte es mit seiner Beute nicht aus dem Elektronik-Fachgeschäft.
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18. September 2020 - 20:44 Uhr

Blitzurteil am Amtsgericht in Halle an der Saale

Die deutsche Justiz ist langsam? Nicht so in Halle an der Saale. Keine 24 Stunden nach seinem versuchten Diebstahl hat ein Langfinger aus Peißen sein Urteil erhalten: Sechs Monate auf Bewährung. Die Justiz setzte dabei auf ein beschleunigtes Verfahren.

Abschreckung ist das Motto in Halle an der Saale

Für den Coup präparierte der Dieb extra eine Umhängetasche: Die isolierende Folie sollte verhindern, dass die Diebstahlsicherung am Ausgang des Elektroladens Alarm schlägt. Doch aus seinem Plan wurde nichts. Nachdem der 25-Jährige drei Festplatten im Wert von knapp 1.000 Euro einsteckt hat, wurde er von dem Ladenpersonal gestellt.

Am nächsten Tag legte das Amtsgericht den Fall ad acta. Neben der Bewährungsstrafe wurde der Täter zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Auch die Verfahrenskosten gehen auf seine Kappe.

Nicht das erste Blitzurteil

Der Fall des Peißener Ladendiebs ist nicht das erste Blitzurteil in Halle an der Saale. Ende August wurde auch ein Langfinger aus Günthersdorf per Eilverfahren verurteilt. Er beklaute ebenso einen Elektronik-Fachmarkt und bekam eine Geldstrafe und die Verfahrenskosten aufgedrückt.

Die Blitzurteile gelten als Fingerzeig, die einem Zweck dienen: Abschreckung!