Wilderer und Krankheiten gefährden die sanften Riesen

Vom Aussterben bedroht: Afrikanischer Waldelefant steht jetzt auf der Roten Liste

Der Afrikanische Waldelefant steht jetzt auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.
Der Afrikanische Waldelefant steht jetzt auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.
© Foto: VOX, 040291 Waldelefanten.jpg

25. März 2021 - 21:06 Uhr

Immer weniger Elefanten steifen in den afrikanischen Wäldern umher

Wilderei und Lebensraumverlust haben eine Elefantenart in Afrika an den Rand des Aussterbens gebracht. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) setzte den afrikanischen Waldelefanten auf der neuen Roten Liste der bedrohten Arten in die Kategorie "vom Aussterben bedroht" – die höchste von drei Gefährdungsstufen. Der etwas häufigere Savannenelefant sei in der zweithöchsten Kategorie und stark gefährdet. Bislang wurden die Arten zusammen betrachtet und waren in der dritten Kategorie als "gefährdet" gelistet.

Elefanten sind die "Gärtner des Waldes"

Insgesamt sei die Zahl der afrikanischen Waldelefanten in 31 Jahren um 86 Prozent geschrumpft, die der Savannenelefanten in 50 Jahren um 60 Prozent, berichtete die IUCN am Donnerstag. Seit 2008 habe die Wilderei besonders stark zugenommen. 2016 schätzte die Organisation die Zahl der Exemplare beider Arten auf rund 415.000. "Afrikanische Elefanten spielen eine Schlüsselrolle im Ökosystem", sagte IUCN-Generaldirektor Bruno Oberle.

Auch Die Umweltstiftung WWF Deutschland verweist auf die wichtige Rolle der Elefanten beim Klimaschutz. "Gerade Waldelefanten spielen als Gärtner des Waldes eine zentrale Rolle für den Erhalt der Regenwälder des Kongobeckens, und damit für den Klimaschutz", sagte Arnulf Köhncke, Leiter der Abteilung Artenschutz. "Ohne die Waldelefanten verändert sich die Zusammensetzung des Waldes so, dass dieser deutlich weniger Kohlenstoff speichern kann."

Laut Sam Ferreira, Experte für große Säugetiere bei der südafrikanischen Wildparkbehörde Sanparks, bestehe im südlichen Afrika nicht in erster Linie Sorge, dass die Elefanten aussterben. Vielmehr richteten sie auch Schaden an. Elefanten würden Ackerland zerstören oder in Dörfer wandern und eine Bedrohung für die Bewohner darstellen. Es sei ein Balanceakt, die Gefahr durch Elefanten zu minimieren und gleichzeitig die Vorteile, die ihr Schutz bringe - etwa durch den Tourismus - zu maximieren, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Elfenbein-Handel und Infektionen bedrohen die Waldelefanten

Der illegale Handel mit Elfenbein boomt, wie neue Zahlen der Organisation Traffic im Auftrag des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (Cites) zeigen. 2019 sei die Beschlagnahmung von 42,5 Tonnen gemeldet worden, 30 Prozent mehr als im Jahr davor, berichtete Traffic. Allerdings hätten Länder, die über fünf Jahre 35 Prozent der Beschlagnahmungen ausmachten, bis Juli 2020 weder für 2018 noch 2019 Daten geliefert. Insofern sind Vergleiche von Jahr zu Jahr schwierig.

Im südlichen Afrika lauert neben der Wilderei und dem Verlust von Lebensraum eine weitere Bedrohung für Elefanten. Im weltberühmten Naturparadies Okawango-Delta in Botsuana starben 2020 mehr als 300 Elefanten, vermutlich durch Infektionen mit Cyanobakterien, auch Blaualgen genannt. Auch in diesem Jahr wurden dort schon 39 Kadaver gefunden. Auch im Nachbarland Simbabwe starben im vergangenen Jahr mehr als 30 Elefanten an Infektionen.

Quelle: dpa, RTL.de