Volleyball-Skandal in Italien

Spielerin angezeigt, weil sie schwanger ist

Lara Lugli
Lara Lugli
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13. März 2021 - 15:15 Uhr

Anklage gegen Volleyballerin sorgt für Kopfschütteln

Die italienische Profi-Volleyballspielerin Lara Lugli wurde von ihrem Klub angezeigt. Der Grund: sie hatte bei der Vertragsunterzeichnung ihre Schwangerschaft verheimlicht. Ihr Fall löste eine Solidaritätswelle in Italien aus.

Schwangerschaft verheimlicht, um Gehaltserhöhung zu bekommen?

Zweitligist Pordenone Volley behauptet, Lugli hätte ihnen bei der Vertragsunterzeichnung nicht mitgeteilt, dass sie bald Mutter werde. Als die Team-Kapitänin später von ihrer Schwangerschaft erzählte, wurde sie entlassen. Das Tragische: nur einen Monat später verlor Lugli ihr Kind. Als sie nach ihrer Fehlgeburt den Klub bat, ihr Gehalt auszuzahlen, gab es statt Geld die Anzeige.

Der Klub behauptet: Lugli hätte die Schwangerschaft nur verheimlicht, um eine Gehaltserhöhung zu bekommen. Angeblich habe der Volleyballverein durch Luglis Geschichte wichtige Sponsoren verloren. Ob das an dem Verhalten der Spielerin oder an der Anklage von Perdonone Volley liegt, ist nicht klar.

Sportler und Politiker unterstützen die Volleyballerin nun. Der italienische Außenminister Luigi Maio sagte, es sei nicht tolerierbar, dass Frauen gezwungen werden, zwischen ihrer Karriere und ihrem Kindeswunsch entscheiden zu müssen.