Volkswagen AG: Wusste Martin Winterkorn schon früher vom VW-Abgas-Skandal?

29. Februar 2016 - 17:04 Uhr

VW: "Wir äußern uns nicht zu laufenden Untersuchungen"

Im VW-Abgas-Skandal erhärtet sich der Verdacht, dass der damalige VW-Chef Martin Winterkorn Informationen über die Ermittlungen der US-Behörden zurückgehalten und damit gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen hat. Das verpflichtet börsennotierte Unternehmen, Informationen, die den Aktienkurs erheblich beeinflussen können, unverzüglich öffentlich zu machen.

VW-Skandal: War Winterkorn schon früher informiert?
In der Abgasaffäre bei Volkswagen gibt es nach einem Bericht der 'Bild am Sonntag' neue Hinweise, dass VW nicht sofort nach Bekanntwerden des Falls die Öffentlichkeit informiert hat.
© dpa, Friso Gentsch

Ein VW-Manager habe Winterkorn in einem Brief vom 4. September 2015 informiert, dass Führungskräfte des Autobauers am 3. September bei einem Treffen mit der US-Umweltbehörde CARB den Einsatz von Manipulations-Software zugegeben hätten, berichtete 'Bild am Sonntag' vorab. Der Brief sei hausintern direkt an Winterkorn gegangen. Die Anwälte von Winterkorn waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Die Öffentlichkeit erfuhr erstmals am 18. September von Manipulationen, als die US-Umweltschutzbehörde EPA erklärte, VW habe vorsätzlich Abgasvorschriften umgangen. Ein VW-Konzernsprecher sagte auf Anfrage zu dem Bericht, die Untersuchungen zu den Vorgängen liefen noch. "Wenn die Ergebnisse vorliegen, werden wir dazu entsprechend

informieren. Alle vermeintlich vorliegenden Informationen sind reine Spekulation. Alle Rückschlüsse basieren auf subjektiven Darstellungen und nicht vorhandenen Erkenntnissen der Zusammenhänge".

VW selbst hatte erstmalig am 20. September Manipulationen

eingeräumt. Am 21. September, dem ersten Börsenhandelstag nach

dem öffentlichen Eingeständnis, brach die VW-Aktie um 20 Prozent ein. Am 23. September trat Winterkorn zurück. Ursprünglich war geplant gewesen, seinen Vertrag am 25. September zu verlängern.