Dutzende Menschen sind bis heute traumatisiert

Volkmarsen erinnert an Auto-Attacke auf Rosenmontagsumzug

Vor einem Jahr fuhr Maurice P. in die feiernde Menge auf dem Rosenmontagsumzug.
Vor einem Jahr fuhr Maurice P. in die feiernde Menge auf dem Rosenmontagsumzug.
© dpa, Uwe Zucchi, cch abl

24. Februar 2021 - 6:42 Uhr

Auto rast in Rosenmontagsumzug: Dutzende Menschen bis heute traumatisiert

Vor genau einem Jahr, am Rosenmontag, fährt in der nordhessischen Stadt Volkmarsen ein Auto in die Zuschauermenge, die einfach nur fröhlich den Karnevalsumzug sehen und feiern wollte. Ein Jahr nach der Attacke erinnert Hessen an die Gewalttat, bei der dutzende Menschen verletzt wurden und bis heute traumatisiert sind. Geplant ist ein Online-Gottesdienst, bei dem unter anderen Ministerpräsident Volker Bouffier erwartet wird.

Auto-Attacke in Volkmarsen: Corona erschwert Bewältigung

Der damals 29 Jahre alte Maurice P. soll den Wagen absichtlich in das Gedränge gesteuert haben. 90 Menschen, darunter viele Kinder, erlitten teils schwere Verletzungen. Zahlreiche weitere wurden laut der ermittelnden Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt durch das Geschehen beeinträchtigt oder traumatisiert. Insgesamt gibt es mehr als 150 Betroffene.

Die Aufarbeitung der schrecklichen Ereignisse ist für Volkmarsen schwierig – vor allem auch, weil die Corona-Pandemie die gemeinsame Bewältigung erschwert. Das ist auch am Jahrestag zu spüren: Der Gedenkgottesdienst ist als Online-Gottesdienst ohne Besucher geplant, das Ereignis kann laut Veranstaltern im Livestream verfolgt werden.

Video: Vater spricht über die Attacke von Volkmarsen

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Nancy Faeser: 24. Februar 2020 ist "Tag des Leids" für Volkmarsen

Die Fassungslosigkeit über die Tat ist noch immer groß. "Bis heute ist mir unbegreiflich, wie jemand seinen Wagen an einem so fröhlichen Tag wie dem Rosenmontag offenbar gezielt in eine Menschenmenge steuern kann", erklärte Hessens Landtagspräsident Boris Rhein. Viele Menschen seien schwer verletzt worden und litten nach wie vor an den Folgen.

Die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Wiesbadener Landtag, Nancy Faeser, bezeichnete den 24. Februar 2020 als "Tag des Leids" für Volkmarsen und seine Bürger. Dieses Leid dauere an, auch weil der mutmaßliche Täter über seine Motive schweige. "Zurück bleibt bis heute die Fassungslosigkeit angesichts einer unerklärlichen Tat von großer Grausamkeit."

Versuchter Mord in 91 Fällen – Mutmaßlicher Täter schweigt bis heute

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Bilder, die in Volkmarsen noch immer präsent sind – ebenso die Frage nach dem Warum.
© dpa, Uwe Zucchi, cul rho

Maurice P. ist unter anderem wegen versuchten Mordes in 91 Fällen und gefährlicher Körperverletzung in 90 Fällen angeklagt. Der Mann hat nach Angaben der Ermittler bislang keine Angaben zu den Vorwürfen gemacht. Einen Termin für den Prozess vor dem Landgericht Kassel gibt es noch nicht. Das Gericht muss einem Sprecher zufolge noch über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den Angeschuldigten entscheiden.


Quelle: DPA

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