52 Menschen verletzt

Horrorfahrt von Volkmarsen – was wir wissen und was nicht

Während eines Karnevalsumzugs im hessischen Volkmarsen ist am Montag ein 29-Jähriger mit dem Auto in eine Menschenmenge gerast.
Während eines Karnevalsumzugs im hessischen Volkmarsen ist am Montag ein 29-Jähriger mit dem Auto in eine Menschenmenge gerast.
© dpa, Uwe Zucchi, cul

26. Februar 2020 - 13:56 Uhr

Ein Drittel der in Volkmarsen Verletzten sind Kinder

Während eines Karnevalsumzugs im hessischen Volkmarsen ist am Montag ein 29-Jähriger mit dem Auto in eine Menschenmenge gerast. Dabei wurden 52 Menschen verletzt, rund ein Drittel davon sind Kinder.

Was wir wissen:

Täter

Der 29-jährige Maurice P. ist deutscher Staatsangehöriger und stammt aus Volkmarsen. Er war nach ersten Erkenntnissen den Behörden nicht als Extremist bekannt, der Polizei aber in der Vergangenheit durch Beleidigung, Hausfriedensbruch und Nötigung aufgefallen. Er wurde nach der Tat festgenommen. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft war er nicht alkoholisiert, als er den Wagen in die Menschenmenge steuerte. Ob er unter Drogeneinfluss gestanden habe, stehe noch nicht fest. Im seinem Auto wurde nach RTL-Informationen ein Laptop gefunden, der nun gespiegelt und analysiert wird.

Opfer

Am Montag war zunächst von 30 Verletzten die Rede; die Zahl ist inzwischen laut Generalstaatsanwaltschaft auf 52 gestiegen. Wie die Polizei am Dienstag in Kassel mitteilte, befinden sich derzeit noch 35 Personen in stationärer Behandlung. Weitere 17 Menschen wurden demnach ambulant behandelt. Die Zahl der verletzten Kinder liege bei 18. Wie stark die Kinder verletzt sind und ob unter den Opfern auch Schwerverletzte sind, konnte eine Polizeisprecherin zunächst nicht sagen.

Angebliches Täterfoto ist falsch

Noch am späten Montagabend warnte die Polizei vor dem Verbreiten angeblicher Fotos des Täters. "Bei der abgebildeten Person handelt es sich definitiv nicht um den Täter", schrieb die Polizei Nordhessen auf Twitter. "Teilen Sie keine Falschnachrichten!", hieß es. Dazu stellte sie ein Bild, auf dem mehrere Menschen zu sehen sind, die neben einem Auto stehen. Ihre Gesichter wurden unkenntlich gemacht. Es würden derzeit Fotos kursieren, die angeblich die Festnahme des Täters zeigten, hieß es in dem Tweet.

Was wir nicht wissen:

Motiv

Zum Motiv des 29-Jährigen soll es laut Generalstaatsanwaltschaft zunächst keine Informationen geben. Man werde auch keine Angaben zum Aussageverhalten des Mannes machen. Es gehe derzeit um eine Bestandsaufnahme des Zwischenfalls. Man ermittle in alle Richtungen und schließe auch einen politischen Hintergrund nicht aus, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Mittwoch.

Weitere Festnahme

Nach der Horrorfahrt am Rosenmontag nahm die Polizei neben dem Fahrer einen weiteren Mann fest. Wie die Polizei mitteilte, soll er die Tat gefilmt haben. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen ist aber noch unklar, ob es sich um einen Schaulustigen handelte oder ob er eingeweiht war.

Auswirkungen auf andere Karnevalsumzüge

Eine Absage der Karnevalsumzüge in ganz Hessen am Dienstag ist noch offen. Die Sicherheitsexperten des Landeskriminalamtes würden in Absprache mit den Veranstaltern zeitnah eine Entscheidung treffen, sagte ein Sprecher des hessischen Innenministeriums der Deutschen Presse-Agentur.

In Nordrhein-Westfalen gibt es weiterhin keine landesweite Absage von Karnevalsumzügen am Veilchendienstag. Etwa der große Zug in Mönchengladbach solle stattfinden, sagte eine Polizeisprecherin. Das Sicherheitskonzept solle nochmals angeschaut werden, aber: "Wir machen unseren Karneval", betonte sie.