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Volker Schlöndorff: Die DDR hat die Menschen kaputt gemacht

Volker Schlöndorff: Die DDR hat die Menschen kaputt gemacht

Volker Schlöndorff: Die DDR hat die Menschen kaputt gemacht
Volker Schlöndorff wurden die Augen geöffnet
AEDT/WENN.com, WENN

Star-Regisseur Volker Schlöndorff musste beim Mauerfall erkennen, dass er ein Patriot ist – seine Tränen habe er nicht zurückhalten können.

Volker Schlöndorff (80) hat mit zahlreichen Filmen Geschichte geschrieben. Am bekanntesten davon ist sicherlich seine Literaturverfilmung ‘Die Blechtrommel’, die 1980 mit einem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet wurde. Mit der deutschen Historie sollte er sich immer wieder kritisch auseinandersetzen.

Man hatte ja keine Ahnung

Der Filmemacher hat den Fall der Berliner Mauer im Westen mitbekommen. Es sei für ihn ein einschneidendes Erlebnis gewesen, das ihm die Augen geöffnet habe, wie er im Gespräch mit dem ‘Stern’ erklärt: "Man wusste gar nicht, dass man tief versteckt ein Patriot war. Und dass man sich eigentlich wie andere gerne mit Stolz zu seinem Land bekennt." Nachdem die Mauer gefallen war, habe er ein tieferes Verständnis dafür entwickelt, was sich in der DDR zugetragen hatte und wie dies die Bürger beeinflusst habe: "Die Menschen waren so kaputt, die waren noch kaputter als das Land und die Landschaft, als Ergebnis von diesem System."

Nicht den Ansprüchen genügend

Der Regisseur hält sich natürlich auf dem Laufenden, was aktuelle Produktionen im deutschen Film und Fernsehen angeht. Dabei gefällt ihm beileibe nicht alles – und weil er weiß, was er mag, schaltet er auch öfter mal nach einer Viertelstunde ab, wie er gesteht. Einen ‘Tatort’ etwa habe er noch nie zu Ende gesehen. Auch ‘Fack ju Göhte’ habe er trotz guten Willens nicht lange durchgehalten: "Sehr gute Unterhaltung, aber nicht mein Ding." Dafür gibt es ja auch Millionen anderer Menschen, die regelmäßig beim ‘Tatort’ mitfiebern. Auf einen Völker Schlöndorff dürfte es da nicht ankommen.

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