Er ermordete seine Geliebte und verfütterte sie an Hunde

Völlig irre: Brasilianischer Fußball-Club holt Torhüter aus Gefängnis

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15. August 2019 - 6:21 Uhr

Von der Zelle auf den Rasen

Dieser Wechsel in Brasilien macht fassungslos: Der brasilianische Drittligist Pocos de Caldas FC steht vor der Verpflichtung eines neuen Torhüters. Problem: Keeper Bruno Fernandes ist wegen Mordes verurteilt und im halboffenen Vollzug. Für den Club offenbar kein Thema - sie wollen den Knast-Keeper unbedingt verpflichten.

Ermordete Geliebte an Hunde verfüttert

Dabei hat der 34-Jährige Unfassbares getan: Der Fußballer hat seine frühere Geliebte umgebracht und sie anschließend bestialisch an Hunde verfüttert. Motiv für den Mord soll ein gemeinsames Kind gewesen sein, das Eliza Samudio auf Druck von Fernandes abtreiben sollte, dann aber doch zur Welt brachte. An der grausamen Tat waren auch die Ehefrau und einige Bekannte von Fernandes beteiligt.

Der Torwart wurde zu einer Gefängnisstrafe von über 20 Jahren verurteilt. Doch schon 2017 kam er überraschend frühzeitig aus der Haft und stand für den brasilianischen Zweitligisten Club Boa Esporte im Tor. Wenig später wurde diese Entscheidung wieder kassiert. Der Brasilianer musste zurück ins Gefängnis. Seit Juli 2019 ist er allerdings wieder im halboffenen Vollzug und darf arbeiten.

Brasilianischer Meister 2009

Die Justizbehörden müssen der Verpflichtung zwar noch zustimmen, Pocos-Vereinspräsident Paulo César da Silva zeigte sich beim Nachrichtenportal 'Globoesporte' aber zuversichtlich, dass Fernandes in den kommenden Tagen den Vertrag unterzeichnen werde.

Sportlich gesehen wäre der Torwart wohl eine Verstärkung: Als Kapitän holte er 2009 mit Flamengo Rio de Janeiro den Meistertitel in Brasilien, stand damals kurz vor dem Sprung in die Nationalmannschaft - bis er seiner Karriere ein vorerst unrühmliches Ende setzte.