Vitali denkt an Rematch

21. Februar 2012 - 11:52 Uhr

Vitali Klitschko spielt mit dem Gedanken, noch einmal gegen Dereck Chisora in den Ring zu steigen. "Mein Verstand sagt mir, dass ich ein Rematch nicht benötige. Aber mein Ego, mein tiefes, inneres Ich sagt mir ganz deutlich, dieser Mann braucht von mir noch eine richtige Bestrafung", sagte der Champion der 'Welt'.

Vitali Klitschko will eine Neuauflage des Kampfes gegen Dereck Chisora.
Vitali Klitschko will eine Neuauflage des Kampfes gegen Dereck Chisora.
© dpa, Marc Müller

"Vitali würde es sich wünschen, Chisora nochmal mit zwei gesunden Armen im Ring gegenüber zu stehen, um ihn dafür zu bestrafen, was er ihm und seinem Bruder Wladimir angetan hat", sagte Manager Bernd Bönte RTL. Allerdings ist aus seiner Sicht ein Rematch undenkbar. "Natürlich ist Vitali emotional betroffen. Aber so ein Kampf ist kein Thema, wir werden Chisora keine weitere Plattform bieten."

Klitschko hatte sich bei seiner Titelverteidigung in München in der vierten Runde einen Teilanriss in der Sehne der linken Schulter zugezogen.

Ob Chisora zudem überhaupt in den Ring zurückkehren darf, steht in den Sternen. Nach seiner wüsten Prügelei mit David Haye während der Pressekonferenz nach dem WM-Fight gegen Vitali Klitschko droht dem Briten ein lange Sperre. "Ich möchte diesen Mann nie mehr im Leben in einem deutschen Boxring sehen", sagte Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB).

Welcher Chaot wird's: Chisora oder Haye?

Trotz der Verletzung war eine Aufgabe für den 40-Jährigen kein Thema. "Ich wäre lieber gestorben, als gegen diesen Widerling zu verlieren", sagte der WBC-Champion der 'Bild'. Auch ein Kampf gegen David Haye steht bei Klitschko noch auf der Wunschliste. Vitali lässt weiter offen, ob es dazu kommt. "Ich weiß gar nicht, ob er den Fight wirklich will. Er hat unser gutes Angebot abgelehnt", so Klitschko.

Chisora mimt inzwischen den reuigen Sünder. "Ich möchte mich von ganzem Herzen entschuldigen", ließ er sich in einem Statement zitieren. Sein Verhalten sei "unentschuldbar", aber Vorfälle hinter den Kulissen hätten seinen Frust überschäumen lassen. "Ich habe meine Familie, mein Team und vor allem den Sport, den ich liebe, enttäuscht", bekannte Chisora.

Dagegen äußerte sich Haye ausführlich in einem Statement - ohne eine einzige Entschuldigung. Laut dem Ex-Weltmeister habe Chisora "eine ernste Unruhe verursacht, etwas, das droht, dem Ruf des Sports zu schaden, den wir beide lieben", so Haye.

"Mir ist klar, dass ich kein Engel bin, und ich habe nichts gegen ein bisschen Trash-Talk, um dabei zu helfen, das Boxen wieder interessanter zu machen, aber während meiner 21 Jahre im Sport bin ich nie in einen so folgeschweren Tumult involviert gewesen, noch war ich als Augenzeuge dabei", sagte der 31-Jährige. "Wenn es erforderlich ist, unterstütze ich die Box-Behörden gerne, bei jeder Ermittlung, die sie in die Wege leiten wollen."