Nach Mikey verliert der Züricher Zoo auch Milo

Weiteres Koala-Männchen stirbt an Virusinfektion

Koala-Männchen Milo ist im Zoo von Zürich an einer Virusinfektion gestorben.
© dpa, Enzo Franchini, kde

27. März 2020 - 9:42 Uhr

Zwei tote Koalas innerhalb von vier Monaten

Wegen eines Virus sind im Zoo von Zürich innerhalb von vier Monaten zwei Koala-Männchen gestorben. Milo und Mikey litten an einer starken Vermehrung von Retroviren, die so etwas wie eine Leukämie auslösen, wie der Zoo mitteilte.

Milo musste eingeschläfert werden

Mikey war im Dezember überraschend tot im Gehege gefunden worden. Die Tierärzte stellten die Krankheit dann bei einer Untersuchung des Blutbildes fest. Milo habe vergangene Woche eingeschläfert werden müssen, weil er immer schwächer geworden sei und keine Hoffnung mehr auf Besserung seines Zustands bestanden habe.

Zoo von Zürich hofft trotzdem auf Nachwuchs

Der Zoo sprach aber von einem Lichtblick: Milo habe sich vor kurzem mit den verbliebenen Weibchen Maisy und Pippa gepaart und vielleicht Nachwuchs gezeugt. Das zeige sich erst später, weil Koala-Weibchen ihre Kleinen fünf bis sechs Monate lang verborgen im Beutel tragen.

Koala-Bestände schrumpften in letzten 25 Jahren

Koalas stammen aus Australien. Die scheuen Tiere ernähren sich ausschließlich von Eukalyptus. Nach Angaben der Umweltstiftung WWF sind die Bestände in den vergangenen 25 Jahren um ein Drittel geschrumpft. Ihnen setzen Abholzung und Klimawandel zu. Bei den verheerenden Buschbränden in Australien sind nach WWF-Schätzung seit November mehr als 8.000 Koalas umgekommen.