Coronavirus macht vor Familienfeiern nicht Halt

Virologe warnt: Lockerungen zu Weihnachten - hohe Infektionszahlen im Januar

28. November 2020 - 20:56 Uhr

Einkaufsstraßen trotz Corona proppenvoll

Schaut am Samstag auf die Einkaufsstraßen Deutschlands, könnten man denken, das Coronavirus hätte es nie gegeben. Menschen tummeln sich dicht an dicht und jagen Schnäppchen. Das einzige, das darauf hinweist, dass irgendetwas im Busch ist, sind die Masken, denn: In den Innenstädten herrscht Tragepflicht. Zu Weihnachten soll es dann auch noch Lockerungen geben. Virologe Dr. Martin Stürmer sieht dem skeptisch entgegen und warnt: "Die Zahlen könnten wieder steigen." Die aktuellen Maßnahmen wären dann umsonst gewesen. Wie die Menschen, die sich auf Einkaufsstraßen tummeln mit dem Virus umgehen, das erzählen sie im Video.

Dr. Stürmer: Sollten uns über Schulbusse Gedanken machen

Dr. Martin Stürmer ist skeptisch, weil er befürchtet, dass wegen der Lockerungen zu Weihnachten die Corona-Infektionszahlen im Januar wieder steigen könnten.
Dr. Martin Stürmer ist skeptisch, weil er befürchtet, dass wegen der Lockerungen zu Weihnachten die Corona-Infektionszahlen im Januar wieder steigen könnten.
© RTL

"Der öffentliche Personennahverkehr ist immer noch relativ voll – das betrifft im Kontext der Schulen auch die Schulbusse, wo man sich Gedanken machen muss, ob das nicht Infektionsquellen sind", so der Virologe. Er schaue auch skeptisch auf die Lockerungen zu Weihnachten und Neujahr. Er befürchte, dass wenn die Menschen die Lockerungen annehmen würden, im Januar die Corona-Zahlen wieder deutlich steigen. "Die Befürchtung ist, dass wir wieder dahin kommen, wo wir aktuell stehen." Er glaube nicht, dass die aktuellen Maßnahmen dazu ausreichen würden, die Inzidenzzahl vor Heiligabend unter 50 zu drücken.

Diese Regeln gelten ab dem 23. Dezember

Erst die Zügel anziehen, um sie dann über Weihnachten wieder etwas lockern zu können - das ist der Corona-Kurs von Bund und Ländern für die kommenden Wochen. Angela Merkel und die Ministerpräsidenten haben am Donnerstag in einer siebenstündigen Videokonferenz diskutiert, um den neuen Kurs zu besprechen.

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten strenger begrenzt werden: Auf den eigenen und einen weiteren Haushalt, jedoch in jedem Fall auf maximal fünf Personen. Kinder bis 14 Jahre sollen hiervon ausgenommen sein.

Ab dem 23. Dezember sollen Treffen "im engsten Familien- oder Freundeskreis" möglich sein, und zwar bis maximal zehn Personen insgesamt. Dazu gehörige Kinder bis 14 Jahre sollen hiervon ausgenommen sein.