In stickigen und engen Räumen hat es das Virus besonders leicht

Virologe warnt: Bars und Clubs sind Corona-Hotspots schlechthin

Bundesweit kämpft die Club-Szene ums Überleben.
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26. Mai 2020 - 12:36 Uhr

Wegen Corona: Club-Szene steht vor dem Ruin

Clubs, Diskotheken, Bars - sie stehen in der Corona-Krise vor dem finanziellen Abgrund. Die Aussichten auf eine schnelle Öffnung sind gering. Bundesweit bangen Betreiber um ihre Existenz. Das Problem: In stickigen und engen Räumen hat es das Coronavirus besonders leicht.

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Clubs und Bars bieten perfekte Bedingungen für das Virus

Es ist eng, man schwitzt, schreit einander mit geringem Abstand ins Ohr: Genau das seien "Viren-Hotspots - gerade für das Coronavirus", meint Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Kitas und Schulen seien dagegen deutlich weniger risikobehaftet: "Bars und Discos sind ein Hochrisiko, wenn wir das mit Kindergärten vergleichen."

Die Risiken würden zudem durch die Alkoholisierung der Gäste steigen, denn meist nehme in angetrunkenem Zustand die Bereitschaft ab, sich an die wichtigen Corona-Regeln zu halten. Außerdem mache die meist schlechte Belüftung der Räume es dem Virus noch leichter. In diesem Fall wäre auch das Tanzen mit Mundschutz keine Lösung. "Das ist Blödsinn. Das wäre genau das falsche Konzept. Das ist der größte Fehler, den man machen kann." Denn: Die Maske sei nur ein zusätzliches Hilfsmittel, Abstand und Hygiene viel wichtiger.

Welche Auflagen für Clubs, Bars & Co. in den einzelnen Bundesländern gelten, erfahren Sie hier.

Clubsterben wegen Corona?

Während es vielerorts Lockerungen gibt, blicken Clubs, Diskotheken und Bars weiter in eine düstere Zukunft. Mit den Schließungen sind die Umsätze fast komplett eingebrochen. Das wird nicht nur gefährlich für die Betreiber, sondern vor allem für die Mitarbeiter. Nach Angaben der Clubcommission - dem Verband Berliner Clubveranstalter - hat alleine der bekannte Berliner Club Berghain etwa 350 Mitarbeiter.

Mit Blick auf den Sommer will der Berliner Verband Partyabende verlegen und draußen tanzen. Freiflächen sollen dazu vorübergehend bis Mitternacht geöffnet, die Musik zwei Stunden früher abgestellt werden. Für Pamela Schobeß vom Vorstand der Clubcommission ist aber auch das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Mit Blick auf leere Konten stellt sich für sie die Frage, "ob es uns alle überhaupt noch gibt, wenn wir wieder aufmachen dürfen."

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