Sorge mit Blick auf den Herbst

Virologe Streeck: "Es gibt zu viel Angst"

ARCHIV - 30.03.2020, Nordrhein-Westfalen, Bonn: Hendrik Streeck, Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn, steht in einem Labor seines Institutes. (zu dpa «Virologe Hendrik Streeck: «Es gibt zu viel Angst»») Foto: Federico Gambari
Der Bonner Virologe Prof. Dr. Hendrik Streeck ist sich sicher: "Im Gesundheitssystem sind wir gut vorbereitet, mental nicht."
fg gfh tba jai, dpa, Federico Gambarini

Es brauche mehr pragmatische Lösungen

Prof. Dr. Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn sieht der kommenden Herbstsaison mit Sorge entgegen. Zwar sei das Gesundheitssystem in Deutschland gut vorbereitet, „mental sind wir aber weniger vorbereitet, so empfinde ich es zumindest.“ Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur spricht der Virologe von versäumten Chancen.

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Schnelltests am Eingang von Pflegeheimen

„Es gibt zu viel Angst. Und wir haben es über den Sommer hinweg nicht geschafft, pragmatische Lösungen zu finden, wie man in bestimmten Bereichen weiter machen kann, wenn die Infektionszahlen deutlich steigen“, so der Virologe weiter.

Streeck erklärte, dass es in der aktuellen Situation vor der kalten Jahreszeit nicht darum gehen könne, das Virus komplett einzudämmen. Es sei bereits Teil unseres Alltags. „Wir würden es nur mit den allerhärtesten Maßnahmen schaffen, es einzudämmen. Dann aber errichten wir eine Art künstlichen Staudamm, während es in anderen Ländern weiterläuft“, sagte der Wissenschaftler. Irgendwann würde es auch in Deutschland wieder losgehen. Der Virologe plädierte dafür, das Geschehen „mit Augenmaß und intelligenten Systemen“ zu kontrollieren. Als Beispiel nannte er Schnelltests am Eingang von Pflegeheimen.

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