Allerdings nicht in Deutschland

Virologe Drosten: Corona-Pandemie könnte bald endemisch sein

Christian Drosten
Christian Drosten
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15. September 2021 - 18:33 Uhr

In einigen Ländern könnte sich die Corona-Pandemie in eine Endemie verwandeln

Laut dem Charité-Virologen Christian Drosten könnte die Coronavirus-Pandemie künftig endemisch, also stetig wiederkehrend, werden – so wie zum Beispiel die Grippe. Seit anderthalb Jahren grassiert das Virus und die damit verbundene Pandemie weltweit, in vielen europäischen Ländern stünden die Chancen auf einen endemischen Verlauf laut Drosten allerdings gut. Nur in Deutschland nicht. Der Grund? In Deutschland seien bisher immer noch zu wenig Menschen gegen Covid-19 geimpft, so der Virologe.

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Noch keine endemische Phase: Zu wenig Menschen in Deutschland geimpft

Wie ntv berichtet, ist Christian Drosten der Meinung, dass sich die Corona-Pandemie schon diesen Herbst oder Winter in eine Endemie verwandeln könnte. Der "Zeit" sagte er, dass es einige Länder in Europa schaffen werden, in die endemische Phase einzutreten: "Großbritannien gehört wohl dazu, Deutschland Stand heute eher nicht."

Und warum? Hierzulande hätten sich viel weniger Menschen mit dem Virus angesteckt als beispielsweise in Großbritannien. Dazu komme, dass die Impfquote bei uns deutlich niedriger sei. So ergebe sich eine Immunitätslücke, die zu groß sei, um unbesorgt in den Winter zu gehen. Endemisch würde bedeuten, dass die Krankheit alltäglich wird und immer wiederkehrt, etwa wie die jährliche Grippe. Auch was eine erste "Nachdurchseuchung" betrifft, seien die Briten laut Drosten weiter als wir. Diesen Winter soll es – laut dem Virologen – dort zu mehr Ansteckungen nach erfolgter Durchimpfung kommen. In Deutschland sei man davon noch weit entfernt. Aber: Diese Nachdurchseuchung sei aber ein notwendiger Schritt in Richtung Endemie.

Verursacht Sars-CoV-2 dann künftig Erkältungen?

Der Virologe geht davon aus, "dass Sars-CoV-2 sich auf Dauer so verhalten wird wie die anderen endemischen Coronaviren." Diese haben sich nach und nach abgeschwächt und verursachen nun in den allermeisten Fällen nur leichte Erkältungen. Sicher sein könne er sich aber nicht, dass es bei Sars-Cov-2 so kommt, "genauso wenig wie alle anderen Wissenschaftler".

Die Impfkampagne in Deutschland schwächelt weiter. Obwohl die Bundesregierung diese Woche zur bundesweiten Impfwoche ausgerufen hat, stagnieren die Zahlen der verabreichten täglichen Impfdosen weiter. Und das, obwohl vor einigen Wochen sogar mit den Impfungen von 12- bis 17-Jährigen begonnen wurde. In dieser Altersgruppen war die Nachfrage zunächst hoch, ließ zuletzt aber nach – so wie in allen anderen Altersgruppen auch. (ntv/vdü)

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