Viktoria nach Abstieg vor Umbruch: "Die Reise geht weiter"

Ein Spielball liegt auf dem Rasen. Foto: Guido Kirchner/dpa/Symbolbild
Ein Spielball liegt auf dem Rasen. Foto: Guido Kirchner/dpa/Symbolbild
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15. Mai 2022 - 12:30 Uhr

Berlin (dpa) - Dem erstmaligen Gastspiel von Viktoria Berlin in der dritten Liga sollen Fortsetzungen folgen. "Es ist kein Worst Case. Es ist ein Abstieg", sagte Sportdirektor Rocco Teichmann am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur, "die Reise geht weiter. Jetzt müssen wir gute Entscheidungen treffen und mit einem guten Kader in die neue Runde gehen." Der Aufsteiger aus der Hauptstadt hatte nach der 3:4-Niederlage gegen den SV Meppen zum Saisonabschluss den Klassenverbleib verfehlt und tritt in der neuen Spielzeit in der Regionalliga Nordost an.

Der 36-Jährige erwartet nun innerhalb der Mannschaft eine hohe Fluktuation: "Jeder einzelne Spieler würde gerne in der dritten Liga bleiben." Denn trotz des Abstiegs haben einige Spieler im Laufe der Saison Drittliga-Reife erworben und auch schon signalisiert, dass sie in der höheren Klasse auf den Geschmack gekommen sind. So warb Eigengewächs Tobias Gunte gegen Meppen mit einem Doppelpack zum 3:3-Ausgleich für sich.

Für Teichmann steht deshalb viel Arbeit an. Zunächst wird der ehemalige Innenverteidiger mit Trainer Farat Toku sprechen, dessen Vertrag nur für die dritte Liga galt. Der 42-Jährige, der Anfang März auf Aufstiegscoach Benedetto Muzzicato folgte, hatte den Turnaround innerhalb der Mannschaft, die im Winter durch eine harte Corona-Welle arg gebeutelt wurde und die mit Tolcay Cigercy den erfolgreichsten Scorer an den türkischen Zweitligisten Samsunspor verloren hatte, nicht geschafft.

Dagegen will Christoph Menz, der mit seinem Anschlusstreffer zum 1:2 die Hoffnung auf die Rettung für kurze Zeit wieder aufflammen ließ, bleiben. "Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr weiterspielen werde - und dann sehen wir uns in zwei Jahren wieder", sagte der Kapitän bei "Magentasport". Einen sofortigen Wiederaufstieg zu proklamieren, hält auch Teichmann angesichts des erwarteten Umbruchs als zu "vermessen". "Viele Traditionsvereine mit mehr Substanz als wir hatten nach dem Abstieg in die Regionalliga Schwierigkeiten. Wir müssen mit einem guten Kader in die Runde gehen, um dann in der Folgesaison, wenn die Regionalliga Nordost wieder einen direkten Aufsteiger stellt, da zu sein", sagte Teichmann, der nun den einen oder anderen Spieler vom attraktiven Angebot Viktorias überzeugen möchte.

Die Überzeugungskraft soll am kommenden Samstag mit einem Erfolg im Finale um den Landespokal gegen den künftigen Ligakonkurrenten VSG Altglienicke (12.15 Uhr/ARD) angehoben werden. 125.000 Euro würden für den Sieg mit dem Einzug in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals dem Vereinskonto gutgeschrieben. "Neben dem wirtschaftlichen Faktor ist die erste Runde im DFB-Pokal ein Event", sagte Teichmann, "es ist die Bühne, um für junge Kicker attraktiv zu sein."

Trainer Toku steht vor der Aufgabe, seine Kicker nach dem Abstieg wieder aufzurichten. "Es macht Sinn, das die Jungs auch mal ein, zwei Tage frei haben. Ab Dienstag legen wir den Fokus auf das Finale", sagte der Bochumer, "wir müssen eine Balance zwischen Anspannung und Spaß finden, um uns gut zu präsentieren. Ich habe keine Zweifel an der Mannschaft."

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Quelle: DPA