Vieth mit "Maschinenpistolen-Salve" getötet?

22. September 2014 - 15:16 Uhr

Polizistenmord: Neue Tatdetails

Die Mörder des 41 Jahre alten Polizisten Mathias Vieth in Augsburg sollen laut einem Zeitungsbericht brutaler vorgegangen sein als bisher bekannt. Die Täter hätten ihr Opfer mit einer "Maschinenpistolen-Salve" getötet, schreibt die 'Augsburger Allgemeine'.

Vieth mit 'Maschinenpistolen-Salve' getötet?
Der Augsburger Polizist Mathias Vieth ist offenbar brutaler getötet worden als bisher angenommen.
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand

Den Informationen der Zeitung zufolge sei das Opfer "regelrecht hingerichtet" worden. Ein Sprecher der Augsburger Polizei wollte ausdrücklich nicht von einer "Hinrichtung" sprechen. Er bestätigte aber, dass auf den Polizisten mehrere Schüsse abgebeben wurden, obwohl dieser bereits schwer verletzt am Boden lag. Die Staatsanwaltschaft Augsburg äußerte sich nicht zu dem Bericht.

Am Donnerstag waren Tatverdächtige festgenommen worden, zwei 56 und 58 Jahre alte Brüder. Die Polizei sprach am Freitag von zahlreichen Indizien und einer DNA-Übereinstimmung, die den dringenden Tatverdacht gegen die Brüder untermauerten.

Der hauptverdächtige jüngere Bruder sei zudem wegen eines Polizistenmordes aus dem Jahr 1975 zu lebenslanger Haft verurteilt und nach 19 Jahren entlassen worden. Sein älterer Bruder hinterließ am Tatort nach Ermittlerangaben den genetischen Fingerabdruck. Sollte sich der Tatverdacht bestätigen, droht dem Hauptbeschuldigten eine lebenslange Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung. Auch sein Bruder müsste lebenslang hinter Gitter.

Der 41-jährige Vieth und eine Kollegin wollten am 28. Oktober gegen 2.50 Uhr morgens zwei vermummte Motorradfahrer auf einem Parkplatz in einem Naherholungsgebiet kontrollieren. Daraus wurde eine waghalsige Verfolgungsjagd über einen Staudamm, der eigentlich nur für Fahrräder und Fußgänger freigegeben ist, bis zum Augsburger Stadtwald. Dort stürzten die Motorradfahrer auf einem schmalen Waldweg und eröffneten das Feuer, als der Polizist aus dem Wagen stieg.

Vieth schoss zurück, wurde aber tödlich in Hals, Kopf und Unterleib getroffen. Auch seine schusssichere Weste rettete ihn nicht. Der zweifache Vater verblutete noch am Tatort, seine Kollegin erlitt einen Streifschuss. Sie ist immer noch dienstunfähig. Die Männer flüchteten vermutlich unverletzt zu Fuß, ihre Waffen nahmen sie mit.