Erzieherin soll Kita-Kind (3) getötet haben

Viersen: Eine Stadt trauert um Greta

26. Mai 2020 - 9:48 Uhr

Erzieherin aus Viersen in U-Haft

In einer Kita im nordrhein-westfälischen Viersen soll eine 25-jährige Frau ein drei Jahre altes Mädchen getötet haben. Die Erzieherin sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes. Der Schock sitzt unterdessen bei vielen Eltern und Kindern tief, sie erwarten Antworten, auch von der Stadt Viersen. Am Samstag haben die Verantwortlichen der Stadt via Facebook zu Besonnenheit aufgerufen und an die Bevölkerung appelliert, auf Vorverurteilungen zu verzichten.

Die Bestürzung in der Stadt sei groß

"Wir verstehen, dass der schreckliche Verdacht viele Menschen bewegt. Der Umstand, dass aufgrund der laufenden Ermittlungen mehr Fragen bestehen als Antworten mitgeteilt sind, trägt sicher zur Unsicherheit bei", hieß es auf der Facebook-Seite der Viersener Rathauses. Die Bestürzung in der Stadt sei groß, sagte ein Stadtsprecher. Die Menschen hätten begonnen, Kerzen und Kuscheltiere vor der Kita abzulegen, um ihr Mitgefühl auszudrücken.

Unter Verweis auf die noch laufenden Ermittlungen wollten Polizei und Staatsanwaltschaft auch am Samstag zunächst keine weiteren Angaben mache. Das Schweigen der Behörden ist eine Tatsache, die RTL-Reporter Valerio Magno, der seit über 20 Jahren von Kriminalfällen berichtet, besonders stutzig macht. "Üblicherweise bekommen wir in ähnlichen Fällen zumindest die wichtigsten Informationen mitgeteilt. Offenbar haben die Ermittler in diesem Fall noch viele offene Fragen, aber nur wenige Antworten", meint er.

Obduktion bestätigt Tod durch Fremdeinwirkung

Am Freitag war bekannt geworden, dass es bereits am 21. April in einer städtischen Kita zu einem Notarzteinsatz gekommen war, da ein dort betreutes Mädchen nicht mehr atmete. Das Kind sei dann am 4. Mai im Krankenhaus gestorben. Die Ärzte hatten die Polizei eingeschaltet, weil ihnen der Fall verdächtig vorkam. Eine Obduktion hatte nach Angaben der Ermittler bestätigt, dass das Kind "durch Fremdeinwirkung zu Tode gekommen" war.

Nach RTL-Informationen haben sich Eltern der Kinder aus der betroffenen Kindertagesstätte in Viersen schon vor dem Vorfall über die Erzieherin beschwert. Die Frau sei schon einmal zuvor gewalttätig gegenüber Kindern gewesen.

Kein Zusammenhang mit Brand in Viersener Kita

Die Erzieherin war am Dienstag festgenommen worden und sitzt nun wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Nähere Angaben zur Todesursache machten die Ermittler nicht.

Ein Zusammenhang zu einer Brandstiftung in einer Kita in Viersen bestehe allerdings nicht, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Samstag. Anfang der Woche war dort ein Feuer gelegt worden, das erheblichen Schaden an dem Gebäude angerichtet hatte. Keine Angaben machen die Ermittler dazu, ob das Feuer in der Kita gelegt wurde, in der das Verbrechen geschehen sein soll.