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Vierschanzentournee: Richard Freitag fliegt bei Auftakt-Quali allen davon

Skispringen, Oberstdorf, Qualifikation Aktion ... Richard FREITAG (GER). Skispringen, 66. Internationale Vierschanzentournee, 1.Tag, am 29.12.2017 in Oberstdorf / E R D I N G E R A R E N A / Deutschland. *** Action Richard Friday GER ski jumping 66 i
Richard Freitag unterstrich in der Qualifikation zum ersten Springen in Oberstdorf seine derzeitige Ausnahmestellung © imago/Oryk HAIST, Oryk HAIST, imago sportfotodienst

Den Gesamtsieg im Visier

Die erste Probe der Vierschanzentournee meisterte Weltcup-Spitzenreiter Richard Freitag mit Bravour - und untermauerte damit seien Ambitionen auf den ersten deutschen Tournee-Gesamtsieg seit 16 Jahren.

Freitag trotz Wind und Wartezeit

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Freitag genoss die Stimmung in der Qualifikation: „Ihr seid megageil.“ © imago/Eibner Europa, EIBNER/EXPA/Peter Rinderer, imago sportfotodienst

Nachdem er mehrere Minuten wegen starker Winde auf dem Balken warten musste, flog der derzeit beste Skispringer der Welt wieder einmal allen davon und gewann die Qualifikation zum ersten Tournee-Springen in Oberstdorf mit sechs Punkten Vorsprung. "Ich glaube, der Sprung war ganz fein. Damit wäre ich morgen zufrieden", sagte Freitag nach dem Ausrufezeichen am Schattenberg, wo am Samstag der erste Wettkampf stattfindet.

Euphorisch rief der 26-Jährige den Fans durch das Stadionmikro zu: "Ihr seid megageil." Auch Bundestrainer Werner Schuster war mit dem Resultat sichtlich zufrieden. Nach der Geduldsprobe für seinen Top-Athleten zeigte er erleichtert die Faust und freute sich über den gelungenen Einstand für die DSV-Adler vor 14.400 Zuschauern im Allgäu. 

Freitag will Quali nicht überbewerten

​"Es war wichtig für mich, mit einem guten Gefühl in die Tournee zu starten", sagte Freitag. Lokalmatador Karl Geiger als Vierter, Stephan Leyhe auf Rang acht und Markus Eisenbichler als Zehnter komplettierten ein starkes DSV-Teamergebnis, das Hoffnung auf einen erfolgreichen Auftakt in die Traditionsveranstaltung macht.

Freitag selbst wollte den ersten Gradmesser nicht überbewerten, "zumal es sehr windig war", wie er feststellte. Gerade diese Winde hatten es für den Sachsen schwierig gemacht. Die Jury schraubte am Anlauf und wartete minutenlang, bis der starke Rückenwind nachließ. Der Gesamtführende Freitag scherzte auf der Schanze oben mit den Offiziellen - und distanzierte die Konkurrenz im Anschluss mal wieder so, wie er es schon in Engelberg, Titisee und Nischni Tagil in den vergangenen Wochen gemacht hatte.

Konkurrenz kann nicht mit Freitag mithalten

Nicht ganz so souverän machte es der Weltcup-Zweite Andreas Wellinger, der ebenfalls bei schwierigen Verhältnissen vom Bakken musste. Auch wenn es nur zu Platz 14 reichte, blickt auch der 22-Jährige optimistisch auf das erste Springen. "Es fehlt nicht viel, alle meine Sprünge waren in Ordnung. Deshalb bin ich zufrieden", sagte Welllinger.

Die stärksten Konkurrenten von Freitag und Wellinger machten in der Vorausscheidung nicht alle einen so stabilen Eindruck. Während der Japaner Junshiro Kobayashi und Österreichs Top-Athlet Stefan Kraft als Zweiter und Dritter ihre Ansprüche unterstrichen, fielen die ebenfalls hoch gehandelten Daniel Andre Tande (20.) und Titelverteidiger Kamil Stoch (28.) aus Polen klar zurück. 

Die K.o.-Duelle mit deutscher Beteiligung

Aus dem deutschen Lager sprangen neben den sieben Weltcup-Springern auch Team-Olympiasieger Andreas Wank, David Siegel und Martin Hamann ins Finale.

In den 25  K.o.-Duellen des ersten Durchgangs kommt  es zu folgenden Paarungen mit deutscher Beteiligung (in Klammern die Position in der Qualifikation):

Richard Freitag (Aue/1.) - Mackenzie Boyd-Clowes (Kanada/50.)
Karl Geiger (Oberstdorf/4.) - Andreas Wank (Hinterzarten/47.)
Stephan Leyhe (Willingen/8.) - Vojtech Stursa (Tschechien/43.)
Markus Eisenbichler (Siegsdorf/10.) - Cestmir Kozisek (Tschechien/41.)
Andreas Wellinger (Ruhpolding/14.) - Eetu Nousiainen (Finnland/37.)
David Siegel (Baiersbronn/16.) - Gregor Schlierenzauer (Österreich/35.)
Pius Paschke (Kiefersfelden/30.) - Anders Fannemel (Norwegen/21.)
Constantin Schmid (Oberaudorf/44.) - Peter Prevc (Slowenien/7.)
Martin Hamann (Aue/48.) - Stefan Kraft (Österreich/3.)

Für das Finale der Besten 30 qualifizieren sich die Sieger der K.o.-Duelle und die  fünf besten Verlierer.