Kleine Jade erkrankt an Influenza B

Vierjähriges Mädchen nach Grippe erblindet

14. Januar 2020 - 16:03 Uhr

Virus greift Gehirn an

Ausgerechnet an Weihnachten erkrankt die kleine Jade schwer: Sie kann kaum atmen, hat hohes Fieber. Im Krankenhaus kämpft die Vierjährige aus dem US-Bundesstaat Iowa um ihr Leben. Jade hat Influenza B - besser bekannt als Grippe. Der Virus greift sogar ihr Gehirn an, das Mädchen erblindet. Was genau passiert ist, schildert die Mutter im Video.

Grippeimpfung hätte schützen können

Aber wie konnte es dazu kommen? "Der Virus kann sich in jedem Organ des Körpers festsetzen. In diesem Fall hat er sich im Gehirn festgesetzt. Und wenn der Virus einmal im Gehirn ist, kann er Schaden hervorrufen", erklärt Kinderarzt Dr. Martin Karsten den schweren Verlauf.

Der Virus hat in Jades Gehirn die Sehrinde angegriffen. Der Teil des Gehirns befindet sich im Hinterkopf und verarbeitet alles, was wir sehen. Wenn der Virus dort Gehirnzellen zerstört, kann man daran erblinden. Allerdings betont der Mediziner auch: "Eine Enzephalitis, eine Entzündung des Gehirns im Rahmen einer Grippe, ist ein extrem seltenes Ereignis."

Ein Schutz vor der Grippe hätte eine Impfung sein können: Die Grippeimpfung ist ab sechs Monaten möglich und muss jede Saison erneuert werden. Allerdings bietet sie keinen hundertprozentigen Schutz, betont Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut (RKI). Die Ständige Impfkommission (STIKO) des RKI empfiehlt eine Grippeschutzimpfung eher bei Kindern mit angeborener Immunschwäche oder chronischen Erkrankungen. Unabhängig von der Impfung sollte man daher unbedingt auf eine gute Händehygiene achten. "Man sollte auch Abstand halten zu Menschen, die sichtbar an einer Atemwegserkrankung leiden", so die Viren-Expertin.

Intakte Sehzellen könnten Sehvermögen wiederherstellen

Eltern, die den Verdacht haben, dass das eigene Kind Grippe hat, sollten sofort zum Kinderarzt gehen und einen Test machen lassen, rät Kinderarzt Dr. Karsten.

Typisch für eine Grippe ist der plötzliche Beginn: Hohes Fieber, schwere Kopf- und Gliederschmerzen, trockener Reizhusten. "Es gibt nicht wenige Fälle, wo das nicht so eindeutig ist. Um es sicher bestimmen zu können, ist eine labordiagnostische Untersuchung erforderlich", sagt Susanne Glasmacher vom RKI. Nach einer Woche werden bei einem normalen Verlauf die Kinder wieder gesund.

Der Verlauf von Jades Erkrankung ist extrem. Die Familie sammelt jetzt Spenden, um ihrer Tochter die bestmögliche Behandlung zu ermöglichen. Denn wenn auch nur ein kleiner Teil der Sehzellen noch intakt ist, besteht die Möglichkeit, dass sie irgendwann wieder sehen kann.