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Vierjährige missbraucht: Mutmaßlicher Kinderschänder aus Brake verrät, wo er Beweise versteckt hat

Vierjährige missbraucht: Mutmaßlicher Kinderschänder aus Brake verrät, wo er Beweise versteckt hat

Polizei entdeckte Fotos im Darknet

Dieser Fall bewegte ganz Deutschland: Die Polizei veröffentlichte Bilder eines missbrauchten kleinen Mädchens, auf welche die Beamten im Darknet gestoßen waren. Nur Stunden später konnte die Polizei einen Tatverdächtigen festnehmen. Der 24-Jährige hat nun gestanden, sich an der Tochter seiner Lebensgefährtin vergangen zu haben. Außerdem verriet er den Beamten, wo er Datenträger mit Beweisen versteckt hat.

"Er bedauert, dass er sich nicht im Griff gehabt hat"

Der Mann aus dem Kreis Wesermarsch soll die Vierjährige seit Oktober 2016 mehrfach missbraucht und kinderpornografische Aufnahmen von dem Mädchen gemacht haben. Auf diese waren Ermittler im Darknet gestoßen. "Es ist richtig, dass der Beschuldigte ein Geständnis abgegeben hat", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Hannover, Thomas Klinge. Der Verdächtige beschrieb den Ermittlern außerdem, wo er versucht hat, Datenträger verschwinden zu lassen, die ihn belasten könnten. Die Polizei hat einige davon bereits gefunden. Jetzt müsse geprüft werden, ob die Daten noch zu verwerten seien, erklärte Klinge.

Dem 24-Jährigen sei bewusst, "dass er über das Opfer, dessen Familie, seine Partnerschaft und seine Angehörigen großes Leid gebracht hat", erklärte sein Pflichtverteidiger Torsten Rückholt laut dem Magazin 'Spiegel'. Darum wolle er nun mit den Ermittlern zusammenarbeiten, auch um dem Mädchen eine Aussage zu ersparen.

Dem 24-Jährigen ist offenbar klar, was er getan hat, denn er will sich laut Rückholt in Therapie begeben. "Er bedauert, dass er sich nicht im Griff gehabt hat", sagte Rückoldt. Der 24-Jährige wolle sich der Schuld und der Strafe stellen. "Das, was er vorher falsch gemacht hat, versucht er nun richtig zu machen - auch wenn er das Geschehene damit keineswegs wiedergutmachen kann." Dass sich der mutmaßliche Täter nun so kooperativ zeigt, könnte sich strafmildernd für ihn auswirken.

24-Jähriger hat die Fotos offenbar nicht selbst im Darknet verbreitet

Verdächtiger mit Freundin
Der Verdächtige mit seiner Freundin - sie ist offenbar die Mutter des missbrauchten Kindes.
Facebook

Der mutmaßliche Kinderschänder erklärte allerdings, dass er die kinderpornografischen Fotos und Videos nicht selbst im Darknet verbreitet habe. Er will die Aufnahmen lediglich an eine dritte Person verschickt haben, erklärte sein Anwalt. Diese habe die Bilder dann gegen seinen Willen im Darknet verbreitet.

Es war das erste Mal, dass die Polizei in so einem Fall mit Fotos des Opfers nach dem Täter fahndete. Die Beamten sahen keine andere Möglichkeit, den Täter zu fassen. Und weil sie das Kind vor weiteren Übergriffen schützen wollten, wurden die Fotos veröffentlicht. Die Strategie der Ermittler ging auf. Nur Stunden nach dem Fahndungsaufruf klickten die Handschellen. Die Mutter des Mädchens hatte ihre Tochter auf den Fahndungsfotos erkannt und ging zusammen mit ihren Eltern zur Polizei. Sie hat mit dem mutmaßlichen Täter auch noch einen gemeinsamen Sohn.