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Vierfachmord von Rupperswil: Angeklagter gesteht Morde und Sexverbrechen ohne Reue

13.03.2018, Schweiz, Schafisheim: Eine Gerichtszeichnung zeigt des Angeklagten (Mitte, l) und Renate Senn (r), seine Pflichtverteidigerin, beim Prozess um den Vierfachmord von Rupperswil vor dem Bezirksgericht. Monatelang hat ein Gewaltverbrechen mit
Eine Gerichtszeichnung zeigt des Angeklagten (Mitte, l) und Renate Senn (r), seine Pflichtverteidigerin, beim Prozess um den Vierfachmord von Rupperswil vor dem Bezirksgericht. © dpa, Walter Bieri, wb wal lof

Verbrechen erschütterte die Schweiz

Im Prozess um einen grausigen Vierfachmord und die sexuelle Misshandlung eines Jungen in der Schweiz hat der Angeklagte die Tat beim Prozessauftakt in Schafisheim gestanden. Er bekundete erst auf Nachfrage des Richters Reue. Auf Gerichtsreporter machte er einen gefühlskalten Eindruck.

Polizei fand Video von dem grausamen Verbrechen auf seinem Handy

ZUM PROZESSBEGINN DES VIERFACHMORDES IN RUPPERSWIL STELLEN WIR IHNEN AM DONNERSTAG, 8. MAERZ 2018, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Polizisten unterwegs auf der Lenzhardstrasse in Rupperswil AG, wo ein Brand in einer Wohnung in einem Mehrfamil
Ermittlungen am Tatort in Ruopperswil. © picture alliance/KEYSTONE, PATRICK B. KRAEMER, PBK LEM

Er habe sich später bei den Hinterbliebenen entschuldigen wollen, sagte der 34-jährige Schweizer. Auf die Frage des Richters, wie es ihm gehe, antwortete er zuvor: "Ich leide nicht."

Der Angeklagte ist nicht vorbestraft. Er hatte drei Tage vor Weihnachten 2015 eine Familie aus der Nachbarschaft in Rupperswil im Schweizer Kanton Aargau überfallen und hat nach eigenen Angaben eine Frau (48) sowie deren Söhne (13 und 19) und die Freundin des älteren Sohnes (21) umgebracht. Er räumte ein, den jüngeren Sohn vor dem Mord sexuell missbraucht zu haben.

Fünf Monate lang war der Ort tief beunruhigt, bis der Mann festgenommen wurde. Die Polizei fand später ein Video der Grausamkeiten auf seinem Handy. Die Feuerwehr war damals zu einem brennenden Haus gerufen worden und fand die Leichen.

Psychiater: Narziss mit zwanghafter Persönlichkeitsstörung

....Flowers and candles seen near of a family home were Monday, December 21 four bodies have been found, in Rupperswil, Switzerland, Thursday, 24 December 2015. The four people have been stabbed and the fire has been set. |
Entsetzen und Anteilnahme der Menschen in der kleinen Gemeinde im Kanton Aargau waren gleichermaßen groß. © picture alliance/KEYSTONE, WALTER BIERI, WB ASU CGR SME

Nach Beobachtung von Gerichtsreportern antwortete der Angeklagte ruhig auf die Fragen von Richter Daniel Aeschbach. Er bezeichnete sich selbst als pädophil und süchtig nach Pornografie. Er habe keine Hilfe gesucht, weil er sich geschämt und sich eingebildet habe, alles unter Kontrolle zu haben.

Zwei Psychiater beschrieben den Angeklagten als Narzissten mit einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung. Er habe Versagensangst gehabt und zugleich pädophile Neigungen. Beide Gutachter schlossen nicht aus, dass der Mann mit jahrelanger Therapie heilbar sei. Der Angeklagte sagte, er hoffe, eines Tages auf freien Fuß zu kommen. Das Urteil wird für Freitag erwartet. Dem Angeklagten droht lebenslange Haft.

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