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Vierfachmord in Gunzenhausen - Vater sagt vor Gericht aus!

Prozess zum Vierfachmord in Gunzenhausen

„Wie kann man sein Kind wie ein Schwein abschlachten?“

Georg K. angeklagt: Frau und drei Kinder tot

Vierfachmord - so lautet die Anlage gegen Georg K. Der 31-Jährige soll seine Frau und die drei gemeinsamen Kinder getötet haben. Der Angeklagte schweigt zu Prozessbeginn vor dem Landgericht Ansbach. Wichtiger Zeuge in dem Mordprozess ist Oleg K., der Bruder der getöteten Ehefrau. „Wie kann man sein Kind wie ein Schwein abschlachten“, wirft er im Zeugenstand dem Angeklagten vor. Oleg K.'s Eltern sind Nebenkläger im Prozess. Wie sehr sie unter dem Tod ihrer Tochter und ihrer Enkelkinder leiden, erklärt Nebenklage-Anwalt Torsten Schütz im Video.

Bruder der Toten schildert den Morgen der Tat

Oleg K. berichtet am ersten Prozesstag ausführlich, wie er den Morgen des Todes seiner Schwester und seiner Nichten und Neffen erlebt hat. Nach einem Platzverweis und Kontaktverbot gegen den Angeklagten hatte Oleg K. seine Schwester und ihre Familie in der Wohnung beschützt. Unter dem Vorwand, er brauche Kleidung und ein Ladekabel, habe ihn der Angeklagte am frühen Morgen aus dem Haus gelockt, berichtet Oleg K. vor Gericht.

Als er vor dem Haus auf seinen Schwager wartete, habe er einen dumpfen Schlag gehört. „Ich bin hoch in die Wohnung reingerannt, da habe ich ihn gesehen, mit einem Messer in der Hand“, berichtet Oleg K. Er habe im Vorbeilaufen gesehen, wie bei seiner Schwester die Kehle aufgeschlitzt gewesen sei. „Sowas Perverses habe ich noch nie gesehen ... der Kleine im Hochbett ... die kleine Anastasia, der Kleinen hat er auch die Kehle durchgeschnitten“, so der Schwager weiter. Der Angeklagte war vom Balkon gesprungen. Mit dem 20 Zentimeter langen Messer in der Hand fanden Polizisten ihn laut Anklageschrift bei ihrem Eintreffen im Gebüsch.

Zeuge zittert am ganzen Körper

07.05.2019, Bayern, Ansbach: Der Angeklagte bespricht sich im Gerichtssaal mit Anwältin Nicole Obert. Nach einem Familiendrama in Gunzenhausen Ende Juni, hat nun der Mordprozess vor dem Landgericht in Ansbach begonnen. Ein Mann muss sich vor dem Land
Mordprozess nach Familiendrama: Der Angeklagte vor Gericht
nar nwi, dpa, Nicolas Armer

RTL-Reporterin Michaela Johannsen berichtet aus dem Gerichtssaal: Der Schwager habe bei seiner Aussage am ganzen Körper gezittert und völlig verzweifelt auf den Tisch geschlagen, als er davon berichtete, wie er seine Neffen und Nichten tot fand. Der Angeklagte hingegen „zeigt keine Emotionen, außer mit dem Kopf zu schütteln“, erklärt die RTL-Reporterin. Er wirke vor Gericht eiskalt.

Der Schwager berichtet weiter, er habe dem Angeklagten eine solche Tat nicht zugetraut. Er bezeichnet Georg K. als Feigling. Oleg K. sagt aber auch: „Sein größtes Druckmittel war immer, dass er den Kindern was antut.“ Der Bruder der toten Frau ist - ebenso wie seine Eltern - in psychologischer Behandlung.