Außerhalb der Dienstzeit

Hamm: Gruppe verprügelt vier Polizisten

© dpa, Monika Skolimowska, skm;cse; fux

27. August 2019 - 10:42 Uhr

Hamm: Gruppe verprügelt Polizisten - Tatverdächtige wieder frei

Ging es um ein früheres Delikt? Vier Polizisten sollen im Ruhrgebiet außerhalb ihrer Dienstzeit von mehr als zehn Personen angegriffen und verletzt worden sein. Zwei Tatverdächtige wurden vorerst festgenommen, sollen seit Sonntagmittag aber wieder auf freiem Fuß sein.

Zoff um eine frühere Auseinandersetzung

Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Sonntagmorgen in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärten, soll ein 19-Jähriger einen der Polizisten am frühen Samstagmorgen in der Innenstadt auf eine frühere Begegnung angesprochen haben. Dabei sei es möglicherweise um ein zurückliegendes Diebstahldelikt gegangen. Die Polizisten hätten den Mann nach diesem Vorfall abgewiesen. Wenig später sei der 19-Jährige mit 10 bis 15 Personen zurückgekehrt, die die Beamten angegriffen hätten. 

Polizisten in Hamm verprügelt: Gehirnerschütterung, Schürf- und Platzwunden

Ein Polizist erlitt oberflächliche Schnittverletzungen am Bauch. Laut Staatsanwaltschaft sei ein Messer im Spiel gewesen, allerdings habe es keine gezielten Angriffe damit gegeben. Ein weiterer Polizist sei mehrmals gegen den Kopf getreten worden. Er erlitt eine Gehirnerschütterung. Zwei Beamte erlitten Prellungen, Schürf- und Platzwunden.

Bei "Bild" äußerte sich NRW-Innenminister Herbert Reul (66, CDU) zu dem Vorfall: "Wir kennen noch nicht alle Details, müssen das Ergebnis der Ermittlungen abwarten. Aber so, wie sich der Fall momentan darstellt, ist diese Attacke auf unsere vier Polizeibeamten auf das Schärfste zu verurteilen. Es ist völlig indiskutabel, dass Polizisten, gerade weil sie Polizisten sind, in ihrer Freizeit von einem wütenden Mob attackiert werden. Ich wünsche den vier Beamten von Herzen gute Besserung."

Die Auswertung von Videoaufnahmen aus umliegenden Bars nahe des Tatorts sowie die Vernehmung von Zeugen und Beteiligten dauerten am Sonntag noch an.