Kein Schutz vor dem stürmischen Winter

Vier Löwenbabys erfrieren kurz nach ihrer Geburt

18. Januar 2019 - 16:22 Uhr

Der Zoo gibt dem "stürmischem Winter" die Schuld am Tod der Löwenjungen

Vier Löwenbabys sind in einem verfallenen Zoo in Gaza auf tragische Weise erfroren, weil sie den niedrigen Temperaturen schutzlos ausgeliefert waren. Die erschütternden Bilder aus Rafah gibt es im Video.

Der Zooleiter war mit der Pflege der Tiere offenbar überfordert

Das stürmische Wetter sei schuld am Tod der vier neugeborenen Löwenbabys, erklärt Fathi Jumaa, Besitzer des Zoos in Rafah. Wegen der für diese Region ungewöhnlich niedrigen Temperaturen habe er den Käfig mit Decken bedecken müssen. Als er am nächsten Morgen nach den kleinen Löwen sehen wollte, waren zwei von ihnen tot, sagt er. Daraufhin habe die beiden anderen mit nach Hause genommen, aber auch sie starben, als er sie kurzzeitig alleine lassen musste, um nach den anderen Tieren im Zoo zu schauen, so Jumaa.

Aber nicht nur das winterliche Wetter sei schuld am Tod der Jungen, erklärt der sichtlich überforderte Zooleiter, auch die langjährige israelische Blockade mache ihm zu schaffen. "Wir konnten notwendige Nahrungsergänzungsmittel, Medikamente und Antibiotika nicht beschaffen, um das Leben der Jungen zu retten. Wir haben nicht genug Geld und die Blockade verschlimmert die Situation", sagte er. Deshalb habe der Zoo auch kein Heizsystem.

Internationale Tierschutzgruppen rettete schon mehrere Tiere aus dem Zoo

Die meisten Tiere im Zoo von Rafah wurden vor einigen Jahren aus Ägypten durch unterirdische Tunnel nach Rafah geschmuggelt - darunter auch ein bengalischer Tiger. Seit Monaten kommen aber keine Tiere mehr, weil das ägyptische Militär die illegalen Tunnel sprengte, erklärt Jumaa.

Internationale Tierschutzgruppen hatte im Jahr 2016 bereits mehrere Tiere aus dem Zoo evakuieren, weil sie laut ihrem Besitzer an "Stress, Krankheit und Hunger" starben. Sie wurden außerhalb von Gaza untergebracht. Was mit den anderen Tieren im Zoo jetzt passiert, ist unklar.