Vier Jahre nach Fukushima: Grüne kritisieren Katastrophenschutz in Deutschland

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© dpa, Daniel Karmann

10. März 2015 - 19:44 Uhr

"Es gibt keinen Zeitplan"

Die Grünen im Bundestag kritisieren die deutschen Notfallpläne für den Fall eines Atomunfalls als vollkommen unzureichend. Auch vier Jahre nach dem Reaktorunglück von Fukushima sei der Katastrophenschutz noch nicht an die Erkenntnisse aus dem GAU in Japan angepasst, sagte die atompolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Sylvia Kotting-Uhl, der 'Neuen Osnabrücker Zeitung'.

Kotting-Uhl forderte die Bundesregierung auf, den zuständigen Bundesländern eine Frist zu setzen, bis wann entsprechende Empfehlungen der Strahlenschutzkommission umsetzen sind. Diese sehen beispielsweise eine deutliche Ausweitung der Evakuierungszonen rund um Kernkraftwerke im Ernstfall vor. Zudem müsse jeder Haushalt in Deutschland mit Jod-Tabletten ausgestattet werden. Diese sollen die Aufnahme radioaktiven Jods über die Schilddrüse verhindern.

"Obwohl die Anforderungen vorliegen, gibt es keinen Zeitplan, wie das Ganze umgesetzt werden soll", sagte Kotting-Uhl. Der Bund müsse seine Kompetenz als oberste Atomaufsichtsbehörde nutzen, und die Länder unter Druck setzen.