Viele Verletzte bei Schulbusunfall in Eberbach: "Die Kinder haben geschrien"

Sechs Schwerverletzte in Lebensgefahr

So viele verletzte Kinder: Bei dem schweren Schulbus-Unfall in Eberbach östlich von Mannheim sind nach neuen Angaben insgesamt 44 Menschen verletzt worden, davon 37 Kinder. Sechs von ihnen seien schwer verletzt, sagte Polizeisprecher Christoph Kunkel. "Lebensgefahr ist nicht ausgeschlossen."

Im Bus waren Kinder im Alter von 9 bis 15 Jahren

Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten sichern am 16.01.2018 in Eberbach (Baden-Württemberg) eine Unfallstelle.
Der zerstörte Bus an der Unfallstelle
bwe, dpa, Rene Priebe

Rettungshubschrauber brachten die Verletzten in mehrere Krankenhäuser. Die Schwerverletzten befanden sich im vorderen Bereich des Fahrzeugs. Im Bus waren Kinder im Alter von 9 bis 15 Jahren sowie fünf Erwachsene. Das vollbesetzte Fahrzeug war wohl ungebremst gegen mehrere Fahrzeuge und danach frontal gegen eine Hauswand gekracht. "Die Kinder haben geschrien, es war ganz schlimm", sagt der Leitende Notarzt Patrick Schottmüller.

Fotos von der Unfallstelle zeigen den schwer beschädigten Bus, dessen Front nach dem Aufprall massiv deformiert war. Im Inneren waren Sitzbänke nach vorne geklappt. Um den Bus herum lagen Metallteile auf dem feuchten Asphalt, Kleinfahrzeuge daneben wirkten wie zusammengeschoben. Warum der Bus aus der Kurve geraten war, ist noch nicht bekannt.

Polizei lobt hilfsbereite Bevölkerung

Blick in den Innenraum des Unfall-Busses.
Blick ins Innere des verunglückten Schulbiusses.
bwe axs, dpa, Rene Priebe

Bei den sieben verletzten Erwachsenen handelt es sich Kunkel zufolge um den 55 Jahre alten Fahrer des Busses und einen Passagier aus einem der Autos, die der Bus gerammt hatte. Die weiteren fünf Verletzten seien im Bus mitgefahren. "Es war ein Linienbus, der als Schulbus genutzt wird, deswegen sind Erwachsene mitgefahren", so Kunkel. Die Polizei sprach von großer Hilfsbereitschaft der Anwohner. Viele hätten ihre Garage oder eine Einfahrt frei geräumt, um die Rettungsarbeit zu unterstützen. "Das war eine sehr gute Zusammenarbeit", sagte ein Sprecher. 17 Seelsorger waren vor Ort, um Verletzte und Angehörige zu betreuen.

Der Bus bringe jeden Morgen die Schüler aus umliegenden Gemeinden in den Ort mit etwa 15.000 Einwohnern, hieß es. Für Eltern und unverletzte Kinder wurde in Eberbach eine Sammelstelle eingerichtet. Die Unfallstelle wurde großräumig abgesperrt. Die leicht verletzten Schulkinder seien in zwei bereitgestellten Linienbussen ins Krankenhaus gebracht worden. "Zum Glück steht das nur 500 Meter Luftlinie vom Unfallort entfernt, sonst wäre es mit der Versorgung sehr eng geworden", sagt Schottmüller.

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bwe, dpa, Rene Priebe

Die Polizei konnte zunächst keine Angaben machen, warum der Bus aus der Kurve geraten war. Das Busunternehmen bezeichnete den Fahrer als erfahrenen Mann. "Er fährt die Strecke seit etwa fünf Jahren täglich von Montag bis Freitag", sagte ein Sprecher der in Mudau (Neckar-Odenwald-Kreis) ansässigen Firma. Der Fahrer sei zum Unfallzeitpunkt etwa 90 Minuten unterwegs gewesen und habe zuvor alle gesetzlichen Ruhezeiten eingehalten.

Ob es technische Probleme am Fahrzeug gegeben habe, müsse eine Untersuchung zeigen, sagte der Firmensprecher. "Der am Unfall beteiligte Linienbus ist erst vor drei Wochen nach den gesetzlichen Bestimmungen überprüft worden".