Viele Tote und Verletzte bei Busunglück auf der A4 nahe Dresden

21. Juli 2014 - 19:17 Uhr

Zahl der Todesopfer steigt auf zehn

Die Zahl der Toten des schweren Busunglücks auf der Autobahn A4 in Dresden ist auf zehn gestiegen. Einer der Schwerverletzten sei gestorben, sagte ein Polizeisprecher. Nach Angaben der Feuer schweben neun weitere Schwerverletzte in Lebensgefahr. Sieben der Todesopfer sind polnische Staatsbürger, die drei anderen bisher noch nicht identifiziert. Ursprünglich hatte die Polizei mitgeteilt, alle Todesopfer seien Polen.

Viele Tote und Verletzte bei Busunglück nahe Dresden
Allein in diesem polnischen Kleinbus starben sieben Menschen.
© dpa, Roland Halkasch

In der Nacht zum Samstag war um kurz vor 2 Uhr nachts aus bislang unbekannter Ursache ein polnischer Reisebus auf einen Reisebus aus der Ukraine aufgefahren und dadurch ins Schlingern geraten. Der polnische Bus durchbrach die Mittelleitplanke, raste im Gegenverkehr in einen polnischen Kleinbus und danach sechs Meter eine Böschung hinab. Sieben der neun Menschen im Transporter und zwei Businsassen waren sofort tot oder starben noch am Unfallort.

69 Menschen wurden nach Behördenangaben in umliegende Krankenhäuser gebracht - viele mit Schürfwunden, Prellungen, Brüchen oder einem Schock – aber auch 40 Schwerverletzte. Darunter waren auch vier Reisende aus dem ukrainischen Bus, der nach der Kollision zur nächsten Raststätte weitergefahren war.

Der Fahrer des polnischen Busses hat den Unfall überlebt, war aber zunächst nicht vernehmungsfähig. Warum er auf den anderen Bus auffuhr, muss noch ermittelt werden. Berichte, wonach er am Steuer eingeschlafen sei, bestätigten die Behörden nicht.

Autobahnsperrung zu Ferienbeginn

Die Autobahn 4 soll noch bis zum Nachmittag an der Unfallstelle komplett gesperrt sein. Sie führt von Eisenach in Thüringen bis nach Görlitz an der deutsch-polnischen Grenze. Es wird mit dichtem Verkehr gerechnet, weil in Sachsen die Ferien begonnen haben.

Unterdessen hat die polnische Transportaufsichtsbehörde das betroffene polnische Busunternehmen als "gute Firma" bezeichnet. "Die Firma wurde in den vergangenen 2,5 Jahren 99 Mal kontrolliert und es gab nur in acht Fällen kleinere Beanstandungen", sagte Behördensprecher Alvin Gajadhur in Warschau. "Bußgelder sind eine Seltenheit." Auch der bei Dresden mit rund 70 Menschen verunglückte Reisebus sei mehrfach kontrolliert worden.

Das polnische Außenministerium teilte mit, in der polnischen Botschaft in Berlin sei ein Krisenstab eingerichtet worden, der im ständigen Kontakt mit den deutschen Rettungsdiensten und den Familien der Opfer sei. Der polnische Konsul sei an der Unfallstelle, um die verunglückten Landsleute zu unterstützen. Wie bereits zuvor das Busunternehmen richtete auch das Ministerium eine Hotline für betroffene Angehörige ein.

Am Mittag trafen zwei Busse aus Polen in einem Sammellager unweit der Unfallstelle ein, um die Überlebenden abzuholen. Zudem wurden die ersten aus Kliniken entlassenen Leichtverletzten dorthin gebracht, wo auch Angehörige warteten.