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Viele Tote bei blutigen Protesten gegen Israel im Gazastreifen

Zahl der Toten steigt auf 60
Zahl der Toten steigt auf 60 Blutige Proteste in Gaza 01:50

Hamas ruft zu weiteren Aktionen an der Grenze zu Israel auf

Es war der blutigste Tag im Gazastreifen seit vier Jahren: 60 Tote, rund 2.800 Verletzte - so die palästinensischen Angaben nach den Ausschreitungen an der Grenze zu Israel. Aus der ganzen Welt kommen jetzt Friedensappelle an beide Seiten, aber ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht: Für heute hat die radikalislamische Hamas wieder Tausende dazu aufgerufen, den Grenz-Zaun niederzureißen.

Lage im Gazastreifen eskaliert nach Eröffnung von US-Botschaft in Jerusalem

Die Palästinensische Autonomiebehörde will nun eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates beantragen. Man wolle Schutz für das palästinensische Volk unter israelischer Besatzung beantragen, sagte ein Sprecher. Außerdem werde man sich wegen der israelischen Siedlungen an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wenden.

RTL-Korrespondentin Raschel Blufarb zur Lage in Gaza
RTL-Korrespondentin Raschel Blufarb zur Lage in Gaza "Den Menschen hier geht es schlecht" 01:28

Die Proteste im Gazastreifen richteten sich gegen die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem sowie eine zehnjährige Blockade durch Israel und Ägypten. Die Palästinenser erinnern außerdem an die Flucht und Vertreibung Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung vor 70 Jahren.

RTL-Nahost-Korrespondentin Raschel Blufarb rechnet nicht mit einer weiteren Zuspitzung der Situation. Ihrer Einschätzung nach haben weder Israel noch Hamas Interesse an einem Krieg. Zudem verweist sie darauf, dass die Hamas zunehmend die Unterstützung des palästinensischen Volkes verloren habe. 

USA macht Hamas verantwortlich

Ivanka Trump and Jared Kushner arrive to the dedication ceremony of the American Embassy in Jerusalem, May 14, 2018. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY JER2018051408 DEBBIExHILL
Ausgelöst wurden die blutigen Proteste diesmal durch die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem. Ehrengäste bei der Zeremonie waren unter anderem die Tochter des US-Präsidenten, Ivanka Trump und ihr Ehemann Jared Kushner © imago/UPI Photo, DEBBIE HILL, imago stock&people

Das Weiße Haus sieht die Verantwortung für die Gewalt im Gazastreifen voll und ganz bei der Hamas. Die radikale Palästinenser-Organisation habe die Situation auf zynische Weise ausgenutzt, sagte ein Sprecher von US-Präsident Donald Trump. Die Hamas trage die Verantwortung. US-Präsident Donald Trump hatte Jerusalem im Dezember im Alleingang als Hauptstadt Israels anerkannt. Dies löste schwere Unruhen in den Palästinensergebieten aus.

Dagegen feiert Israel den Schritt als politischen Triumph. Israel beansprucht die ganze Stadt als seine Hauptstadt, die Palästinenser sehen in dem 1967 von Israel eroberten Ostteil die Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates.

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