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Videokameras bald auch in Taxis?

Feldversuch in Bremen: 100 Prozent Aufklärungsquote

Zwei Tote und mehr als 200 Verletzte in nur einem Jahr - Taxifahren ist ein gefährlicher Job. Gegen die Überfälle wehrt sich nun der Taxifahrerverband und fordert mehr Videokameras in den Fahrzeugen.

In NRW gebe es fast täglich Überfälle auf Taxifahrer, sagte Michael Hoog, Geschäftsführer des Taxi-Verbands NRW. Pro Jahr endeten ein bis zwei Überfälle mit dem Tod des Taxifahrers. Hoog spricht sich für die Überwachung aus: "Wenn mögliche Täter wissen, dass sie überwacht werden, sinkt die Überfall-Wahrscheinlichkeit erheblich."

Die Taxi-Betreiber verweisen auf einen Feldversuch in Bremen, bei dem die Zahl der Überfälle drastisch gesunken und die Aufklärungsquote auf 100 Prozent gestiegen sei. Der Datenschutzaspekt stehe in keinem Verhältnis zum Sicherheitsgewinn bei einer Videoüberwachung. "Beim nächsten Überfall, bei dem ein Taxifahrer getötet wird, nehme ich einen Datenschützer mit auf die Beerdigung", sagte Hoog.

Bedenken bei Datenschützern

Dennoch äußerte die nordrhein-westfälische Datenschutzbehörde massive Bedenken. Auch die Videoüberwachung in Bussen und Bahnen rechtfertige nicht automatisch ihren Einsatz in Taxen. Unabhängig von einer konkreten Gefahr für Leib und Leben müssten die Taxi-Unternehmen zunächst auf andere Mittel wie etwa den "stillen Alarm" zurückgreifen.

Eine permanente Videoüberwachung sei weder erforderlich noch verhältnismäßig. Die Videoaufzeichnung sei auf das Anfertigen einzelner Standbilder der Fahrgäste beim Einsteigen zu beschränken. Alternativ könnte die Aufnahmedauer auf eine kurze Sequenz von etwa 15 Sekunden beim Besteigen des Taxis beschränkt werden. Zusätzlich könnten Taxi-Fahrer die Möglichkeit erhalten, die Aufzeichnung selbst zu aktiveren. Die Aufnahmen sollten auch spätestens nach 48 Stunden gelöscht werden.

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